Ich /slash mich weg – Tag 6: Hail

Von allen Filmen von denen ich vor hatte, sie mir beim heurigen Festival anzusehen, war “Hail” jener, wo ich – neben “A Field in Englang” – am skeptischsten war, ob er meinen Geschmack treffen würde. Leider sollte ich mit dieser Befürchtung recht behalten: Ich empfand “Hail” als sehr anstrengend – aber nicht, weil er emotional so auführend gewesen wäre, sondern weil ich ihn als Geduldsprobe empfand. Die Handlung war mir teilweise viel zu konfus, und vor allem auch die Inszenierung hat mich mit den zahlreichen “out of focus”-Einstellungen – oftmals schwankte man innerhalb einer Szene zwischen scharf, unscharf und wieder zu scharf zurück; früher hätte man einen Kameramann für so eine Arbeit gefeuert oder ihn zumindest von Christian Bale anschreien lassen, heutzutage nennt man es “kunstvoll” – sowie willkürlich eingestreuten Szenen deren Sinn zumindest der Verfasser dieser Zeilen zu dämlich war um ihn zu kapieren (Zufallende Türen, Haare die im Wind wehen, Strände, ein vom Himmel fallendes Pferd). Und obwohl ich des englischen eigentlich grundsätzlich mächtig bin und Untertitel sonst nicht gerne mag, aber aufgrund der teils starken australischen Akzente und des Genuschels war das wirklich ein Film, der von solchen hätte profitieren können – habe ich doch nur rund die Hälfte dessen, was ihr gesprochen wurde, auch verstanden. Gegen Ende gibt es dann eine wirklich gelungene tragische Wendung die mich überzeugen konnte und es kurzzeitig geschafft hat, mein Interesse zu wecken. Doch auch danach zieht sich der Film wieder ungemein und lässt das dramaturgische Potential dass sich durch diese Entwicklung ergeben hätte weitestgehend ungenutzt. Zumal mir rund um diese Wendung auch wieder zu vieles unklar blieb. Immerhin, eines muss man “Hail” aber lassen: Er bietet ein Fenster in eine Welt, die mir – zum Glück! – völlig unbekannt und ein Mysterium ist. Schade nur, dass dieser Blick – der von der Grundidee her durchaus interessant war – nicht unterhaltsamer ausgefallen ist.
3/10

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Ich /slash mich weg – Tag 5: Here Comes the Devil

Das Erschreckendste an “Here Comes the Devil” war für mich seine Ausgangssituation: Zwei Kinder gehen im Urlaub unbeaufsichtigt spazieren, und kehren nicht zur vereinbarten Zeit zurück. Was ist mit ihnen passiert? Die damit verbundenen Ängste und die Verzweiflung der Eltern bringt der Film wirklich phantastisch zur Geltung – und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe war es nicht schwer, sich in sie hineinzufühlen und ihr Grauen nachzuvollziehen. Generell wäre die Geschichte an und für sich ja gar nicht mal so schlecht gewesen. Die schauspielerischen Leistungen können sich ebenfalls sehen lassen, und es gab immer wieder spannende Momente. Leider aber trifft Regisseur und Drehbuchautor Adrián García Bogliano einige Entscheidungen, mit denen ich wenig bis gar nichts anfangen konnte. Am schwersten wiegt für mich die mitschwingende, sehr konservative Aussage, dass Sex bzw. Lust – insbesondere wenn diese von einer Frau empfunden wird. Wie kann sie nur! – dem Teufel Tür und Tor öffnet. Der Film startet mit zwei jungen Mädels die lesbischen Freuden fröhnen, und kurz darauf muss eine davon (das Schicksal der zweiten bleibt uns verborgen) dafür auch schon büßen. Noch viel eindeutiger ist dies aber in der Szene, in der die Kinder verschwinden. Bogliano schneidet beide Stränge – die Eltern im Auto und die wandernden Kinder – derart zusammen, dass die beiden just dann vor der Höhle stehen in der sie verschwinden, wenn ihre Mutter gerade den Höhepunkt erreicht. Noch aufdringlicher – und für meinen Geschmack auch abstoßender – gehts ja wohl nicht. Hinzu kommen noch die oftmals bedeutungsschwangeren Zooms auf bestimmte Details (wie Händchen haltende Kinder), die noch dazu mit einem Dröhnen des Soundtracks unterlegt wurden, was diese Momente für mich in erster Linie unfreiwillig komische gemacht hat, sowie der eine oder andere Aspekt, wo es mir so schien als würde sich das Drehbuch selbst widersprechen (ich will ja nicht spoilern; aber sagen wir mal so: Es hat mit der Aussage zu tun, etwas Böses würde von schwachen Menschen Besitz ergreifen, und mit dem darauffolgenden Fund der Mutter in der Höhle. Beides passt für mich irgendwie nicht so recht zusammen; es ist, entgegen der vorherigen Behauptung, ja keine klassische Besessenheit an sich). Die mit Abstand beste Szene des Films war jene, als die beiden Eltern ausziehen, um sich an jener Person zu rächen die sie für die traumatischen Erlebnisse ihrer Kinder verantwortlich machen. Hier konnte mich “Here Comes the Devil” kurzzeitig wirklich begeistern. Der Rest des Films stieß mir aber zu oft zu sauer auf, als das ich ihn hätte genießen können.
4/10

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Ich /slash mich weg – Tag 5: The Lords of Salem

Gleich vorweg: “House of 1000 Corpses” und “The Devils Rejects” habe ich nach wie vor noch nicht gesehen. Meine Erfahrungen mit Regisseur Rob Zombie beschränken sich daher auf sein “Halloween”-Remake (zu dem ich vor heiligen Zeiten auch mal ein Review verfasst hab. Damals war ich was das betrifft noch nicht so versiert, seht mir also bitte nach, wenn dieses nicht ganz meinem heutigen Standard entspricht -> Klick) und seine Fortsetzung (auch zu dem gibts ein Review von mir -> Klick). Beides Filme, die mir nicht wirklich gefallen konnten. Insofern war ich auch was “The Lords of Salem” betrifft eher skeptisch – und auch wenn ich diesen deutlich besser fand als seine beiden “Halloween”-Filme, umgehauen hat er mich auch mit diesem nicht. Positiv anzumerken habe ich in erster Linie einige visuell beeindruckende und/oder verstörende Bilder und Szenen. Zombie baut zudem hier – im Vergleich zu seinen Halloween-Filmen, meiner bescheidenen Meinung nach – eine gute, dichte Atmosphäre auf. Und generell umgibt den gesamten Film eine angenehm düstere Stimmung und ein herrliches Gefühl der Ausweglosigkeit – so als gäbe es kein Entkommen von jenem grauenvollen Schicksal, dass die Protagonisten erwartet. Auch die schauspielerische Leistung seiner Frau Sheri Moon (ob er wohl jemals müde wird, mit ihr anzugeben? 😉 ) hat mich hier überzeugt. Und auch wie Rob Zombie mit der klischeehaften Rolle des Satanisten-Forschers – der dabei ist, das Rätsel rund um die seltsamen Vorgänge in Salem zu entschlüsseln – umgegangen ist, hat mir gefallen, da dies gänzlich anders verläuft als man das üblicherweise gewohnt ist. Zum Ende hin wurde mir das ganze dann aber doch ein wenig zu abgefahren. Zudem fand ich “The Lords of Salem” doch eine Spur zu lang. Zumindest um einen Tag hätte er den Film kürzen können, um etwas schneller auf den Punkt zu kommen. Womit wir auch beim letzten Kritikpunkt sind: Inhaltlich war “The Lords of Salem” doch eher enttäuschend. Er verlegt sich für meinen Geschmack etwas zu sehr auf das Visuelle sowie die düstere Stimmung, vergisst dabei aber teilweise darauf, eine abseits der Inszenierung packende, interessante Geschichte zu erzählen. Dadurch ist “The Lords of Salem” letztendlich ein reines “mood-piece”, dem aus meiner Sicht etwas mehr Substanz nicht geschadet hätte.
6/10

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Ich /slash mich weg – Tag 5: The Last Will and Testament of Rosalind Leigh

Also ich weiß ja grundsätzlich einen eher ruhigen, atmosphärischen Gruselfilm durchaus zu schätzen – aber “The Last Will and Testament of Rosalind Leith” (Mann, was für ein langer Titel. Musste das sein? Warum denkt nie jemand an uns arme Reviewer, die sich dann mit so langen Filmtiteln abmühen müssen. Meine geschundenen Finger!) war dann selbst für meinen Geschmack etwas zu unaufregend, mild und harmlos. Normalerweise mag ich ja auch langsame, glatte, ruhige Kamerafahrten, aber Rodrigo Gudiño übertreibt es dann doch ein wenig. Fast könnte man meinen, er hätte auf dem Dachboden ein neues Spielzeug gefunden: Eine Steadicam! Jedenfalls schwelgte er hie und da doch etwas zu lang in seinen Bildern und Einstellungen. Gut gefallen haben mir in erster Linie das Geisterhaus an sich, die Set-Dekoration (wenn ich in dem Haus schlafen müsste, mit all den schrägen, religiösen und kitschigen Sachen die da herumliegen und -stehen, würde ich wohl auch Alpträume bekommen), die religionskritischen Untertöne, sowie einzelne Momente, in denen der Regisseur die Spannungsschraube anzieht. Insgesamt geschah letzteres für meinen Geschmack aber doch etwas zu selten und zu verhalten. Und so fand ich den Film leider doch überwiegend eher langweilig.
4/10

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Ich /slash mich weg – Tag 4: The Complex

Ein neuer Film von “Ringu”-Regisseur Hideo Nakata ist immer Grund zu gruseliger Vorfreude, und auch wenn “The Complex” nicht ganz an diesen herankommt, beweist er doch erneut, dass es Nakata nicht verlernt hat, dem geneigten Horrorfan das Fürchten zu lehren. Gleich mehrmals gelang es ihm, mir einen wohlig-gruseligen Schauer über den Rücken zu jagen. Mal aufgrund von – gut aufgebauten – Schockeffekten, überwiegend aber dank einer sehr dichten Atmosphäre. Dabei ist wichtig anzumerken, dass “The Complex” teilweise einen recht altmodischen Eindruck macht – aber angesichts der vielen Hollywood-Produktionen, die ihren Schrecken in erster Linie billigen Schockeffekten mit Lautstärke kurz vor Hörsturz verdanken, empfand ich dies nicht etwa als Schwäche, sondern vielmehr als große Stärke des Films. Die Handlung mag zwar hie und da etwas vorhersehbar sein, und zumindest eine Wendung ist mir nach wie vor nicht ganz klar, aber vor allem alles rund um ihren Wohnungsnachbarn fand ich klasse. Schon allein der Gedanke, wie er gestorben ist, hat etwas trostlos-erschreckendes an sich. Dennoch liegen die Stärken von “The Complex” eher im inszenatorischen Bereich. Jedenfalls wird mir von diesem Film definitiv die eine oder andere Szene und/oder Einstellung positiv in Erinnerung bleiben.

Leider aber hat mich auch bei “The Complex” das Ende wieder einmal nicht so recht überzeugt, und finde ich, dass der Film in den letzten Minuten – genauer gesagt sobald sie die Tür öffnen (ich hoffe das war vage genug) – stark nachlässt. Schön langsam zeichnet sich da beim heurigen Festival doch ein Trend ab, und frage ich mich unweigerlich, ob “Blutgletscher” diesbezüglich nicht erschreckend wegweisend und prophetisch für das heurige /slash sein sollte. Immerhin habe ich – bis “The Complex” – 9 Filme gesehen (die beiden TV-Screenings von “The Walking Dead” und “American Horror Story” nicht mitgerechnet). Gut, ok, “Zombie Hunter” war insgesamt schlecht, und “S-VHS” generell durchwachsen. Aber… “Blutgletscher”, “The Battery”, “Cheap Thrills”, “Willow Creek”, bis zu einem gewissen Grad “Dark Touch”, und nun eben auch “The Complex”. Alles Filme, die auf bestem Weg waren, mich wirklich zu begeistern, und dann kurz vor der Ziellinie – mal mehr, mal weniger stark – eingeknickt sind. Ich hoffe sehr, dieser Trend wird bald durchbrochen. Jedenfalls fand ich die letzten Minuten vergleichsweise schwach – vor allem alles im “Müllcontainer”. Hier hat “The Complex” doch einiges vom zuvor mühsam aufgebauten Kredit verspielt. Trotz dieses Mankos sei dieser angenehm altmodische Gruselfilm aber eben jenen, die mehr auf atmosphärischen Horror Wert legen, durchaus empfohlen.
7/10

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Ich /slash mich weg – Tag 4: Dark Touch

Beginnen wir mit dem offensichtlichsten Kritikpunkt: Ja, “Dark Touch” hat zweifellos ein paar Ähnlichkeiten mit “Carrie”. Auch hier geht es um ein junges Mädchen, das zunehmend über telekinetische Kräfte verfügt, und diese dazu benutzt, um sich an den Menschen in ihrer Umgebung zu rechnen. Und doch ist “Dark Touch” weit mehr als eine reine Kopie. So setzt sich der Film sehr stark mit der Thematik des Kindesmissbrauchs auseinander, und zeigt auf, welch Auswirkungen dieser auf die Psyche der Opfer hat. Eben diesem Zugang verdankt “Dark Touch” auch einige der besten Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Aber auch der übernatürliche Zugang zu dieser Thematik ist interessant. Niamh, dargestellt von einer überragenden Missy Keating, macht anfangs noch das Haus für die schrecklichen Dinge verantwortlich, die ihren – sie regelmäßig missbrauchenden – Eltern wiederfahren, und ist verängstigt da sich ständig Dinge von selbst zu bewegen scheinen. Erst im weiteren Verlauf, als sie ihre Fähigkeiten schließlich einsetzt, um zwei andere von ihrer Mutter misshandelten Kindern zu retten, erkennt sie, dass vielmehr sie dafür verantwortlich ist, und erkennt die große Macht über die sie verfügt. Ein grandioser Moment, phantastisch gespielt – man erkennt, wie sie sich einerseits vor sich selbst fürchtet, und ihren Fähigkeiten, und andererseits von dieser dunklen Macht berauscht wird. Auch eine kurz darauffolgende Szene in der Schule, als sie sich der Psychologin anvertraut – die ihr natürlich nicht glaubt – ist phantastisch.

“Dark Touch” steuert konsequent auf ein tragisches Ende zu. Aufgrund dem, was ihren Eltern widerfahren ist, wird Niamh von ihren SchulkollegInnen gemieden. Noch schlimmer wird die Situation, als nach dem Tod der Mutter der beiden misshandelten Kinder Gerüchte aufkommen, dass sie auf irgendeine Art und Weise dafür verantwortlich sein oder zumindest den Täter kennen könnte. Auch in ihrem neuen Zuhause selbst droht die Lage zunehmend zu eskalieren. Aufgrund ihrer eigener Erfahrungen kann sie sich nicht vorstellen, dass ihre neuen Eltern auch wirklich liebevoll sein können, und ihre Zuneigung ernst meinen. Bestärkt wird sie von Photos, die sie von einem an Krebs gestorbenen weiteren Kind ihrer neuen Familie entdeckt, das blaue Flecken aufweist – die Erklärung dafür, dass sie sich oft beim Spielen verletzt hat, erfährt nur der Zuschauer. Als Folge davon befürchtet sie hinter jeder Geste Schläge und Misshandlungen. Ich kann nur immer wieder betonen, wie beeindruckend Missy Keating in dieser Rolle ist. Man kann gar nicht anders, als mit ihr mitfühlen. Es gibt so viele Szenen, die unter die Haut gehen. Nehmt nur Niamhs Reaktion als ihre neue Mutter ihr sagt, sie soll ein braves Mädchen sein.

Das Einzige, was den Film meines Erachtens ein wenig herunterzieht, ist das Ende. Das mit der Schule ist zwar ebenfalls noch sehr erschreckend, ihre Motivation konnte ihr aber hier schon vergleichsweise weniger gut nachvollziehen. Vor allem aber fand ich das Finale im früheren Haus ihrer Eltern irgendwie nicht so gelungen. Nicht schlecht, aber einen anderen Ausgang des Geschehens hätte ich vorgezogen. Mehr kann ich leider nicht sagen, ohne zu spoilern. Trotz dieses Mankos sei “Dark Touch” allen Fans von ruhig-atmosphärisch-düster-erschreckenden (letzteres nicht aufgrund von Schockeffekten, sondern der behandelten Thematik) wärmstens empfohlen. Jedenfalls hoffe ich auf einen baldigen regulären Release!
8/10

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Ich /slash mich weg – Tag 4: American Horror Story – Pilot

Ich habe von dieser Serie schon einiges gutes gehört und mittlerweile auch die Blu Ray der ersten Staffel (UK-Import, da man den deutschen Käufern seitens Fox Deutschland ja leider nur die Option gibt, die DVD-Box zu erwerben) erworben. Als ich erfuhr, dass auf dem /slash Filmfestival die Pilotfolge gezeigt wird, beschloss ich aber darauf zu warten und mir den Piloten gleich auf der großen Leinwand anzusehen. Grundsätzlich hat mir die erste Folge gut gefallen und fand ich sie vielversprechend. Atmosphärisch recht dicht, mit einer guten Besetzung und einigen gruseligen und abgefahrenen Szenen (Stichwort Kerl im Lederoutfit). Mein einziger Kritikpunkt: Aufgrund der Fülle an verschiedensten Ideen wirkt das ganze ein wenig unfokussiert. Mal sehen, was haben wir denn da: Das Geisterhaus, die darin zu tode gekommenen Zwillinge, die Warnungen der Nachbarstochter, die Meldungen über zunehmende Streits zwischen Paaren im Haus mit gewalttätigen Ausgang, eine ältere Putzfrau die von Dylan McDermotts Charakter als junge attraktive Frau gesehen wird, der problemgebeutelte und Amok-gefährdete Teenager… Irgendwie wurde es der mysteriösen bzw. Horror-Elementen dann schon fast wieder zu viel auf einmal. Vielleicht wäre es besser gewesen sich erst mal auf ein paar dieser Aspekte zu konzentrieren und den Rest erst im weiteren Verlauf der 1. Staffel einzuführen. Wie auch immer… mein Interesse hat dieser Pilotfilm jedenfalls mal geweckt, und sobald das /slash Filmfestival vorbei ist werde ich wohl beginnen, mir auch den Rest der Staffel anzusehen.
7/10

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Ich /slash mich weg – Tag 3: Willow Creek

Ich habe es in meinem Blog-Eintrag zu “S-V/H/S” und davor auch schon in unzähligen Reviews erwähnt: Ich bin nicht unbedingt ein Freund des Found Footage-Horrors – aus mehreren Gründen. Einerseits, da sich viele nicht an die Regeln halten. Nehmt “S-V/H/S”. Behauptet, es würde sich um found footage handeln, und dann gibts Filmmusik, Untertitel, usw. Sorry, aber wenn, dann müsst ihr das auch konsequent durchziehen, und das Konzept nicht nur dafür verwenden, an den Kamera-Kosten zu sparen. Andererseits wiederum… hält man sich an diese Regeln, zwingt man sich zugleich inszenatorisch in ein ziemlich enges Korsett, und die Wirkung des Endresultats – z.B. ohne Filmmusik – bleibt für mich oftmals hinter “gewöhnlichen” Filmen zurück. Vor allem aber gewinnt ein Film dadurch, dass er mir vorgaukelt all dies wären “echte” Aufnahmen nicht an Wirkung. Im Gegenteil: Denn während ich mich im Zuge eines Horrorfilms gerne auf übersinnliche Elemente einlasse, glaube ich an so etwas in der Realität nicht. Damit erziehlt man letztendlilch bei mir oftmals paradoxerweise die gegenteilige Wirkung, also WENIGER Plausibilität als mehr. Nichtsdestotrotz gibt es durchaus ein paar gelungene Vertreter des Genres. Zu denen zähle ich auch – trotz des absolut bescheuerten Verhaltens der Studenten, das mir den Film ansatzweise verdorben hat – einen der populärsten found footage-Filme, der zudem ihre Ära in gewisser Weise erst eingeläutet hat: “The Blair Witch Project”. Damals war das ganze halt noch vergleichsweise frisch und innovativ. Viele Filme versuchten dann in seinem Fahrwasser einen ähnlichen Erfolg einzufahren, wobei für mich dann die besagten Kritikpunkte mangels des “Das ist einmal was neues”-Charakters zumeist stärker durchschlugen.

Auftritt Bobcat Goldwaith, der sich für einen meiner Lieblingsfilme des letztjährigen /slash Filmfestivals (“God Bless America”) verantwortlich zeichnet. Er führt das Genre wieder zu den “Blair Witch”-Anfängen zurück. Einerseits erinnert sein Film von Konzept und Aufbau sehr an diesen (auch hier zieht ein Independent-Filmteam los um eine Doku über ein mysteriöses Phänomen – nämlich Bigfoot – zu drehen), andererseits hält er sich an die dort aufgestellten Regeln, und bleibt dem found footage-konzept treu. Soll heißen: Keine Filmmusik, und auch sonst keine Anzeichen einer Nachbearbeitung des “gefundenen” Filmmaterials. Zugleich schafft er es, einige “Fallen” des Genres zu umgehen. So ist “Willow Creek” nicht übertrieben auf amateurhaft getrimmt. Bei vielen Regisseuren von Found Footage-Filmen bekommt man ja oftmals den Eindruck, die halten jeden Hobby-Filmer der nicht auf eine Filmschule gegangen ist für einen völligen, oftmals an Parkinson leidenden Dilettanten – was angesichts der Tatsache, wie sehr sich die Profi-Regisseure in den letzten Jahren zunehmend an früher als amateurhaft geltende Stilmittel wie Wackelkamera, Zooms innerhalb einer Einstellung etc. angepasst haben, nicht einer gewissen Ironie entbehrt. “Willow Creek” sieht wirklich so aus, wie auch ich mir einen Amateur-Film vorstelle. Zudem erspart er uns irgendwelche Vollspackos wo wir es eigentlich schon gar nicht mehr erwarten können bis sie endlich abkratzen, sondern macht uns die beiden Hauptprotagonisten wirklich sympathisch – so dass wir später dann auch entsprechend mit ihnen mitfiebern und zugleich dem vermeintlich tragischen Ausgang des Geschehens mit Grauen entgegensehen.

Dies bedeutet allerdings auch, dass sich der Kinobesucher/DVD-Ausleiher auf einen doch eher gemächlichen Einstieg gefasst machen sollte. Ich habe nicht mitgestoppt, würde aber vermuten, die erste 3/4-Stunde ist in erster Linie von düsterer Vorahnung und der Vorstellung der Figuren geprägt, weist für sich genommen aber noch keine furchterregenden Momente auf. Dafür sind diese wenn sie später dann kommen umso wirkungsvoller. Erinnert ihr euch noch an die Zelt-Szene aus “Blair Witch”? So was ähnliches gibts hier auch, nur meines Erachtens 10x effektiver. Eine grandiose Szene ohne Schnitt (klarerweise), die über mehrere Minuten hinweg eine unglaublich angsteinflößende Atmosphäre aufbaut. Damit sind wir zugleich leider auch schon beim größten Manko des Films: Denn alles was danach kommt kann sich mit diesem Höhepunkt nicht mehr messen. Zumal sich Goldwaith hier dann leider auch das eine oder andere zweckmäßige, ebenfalls an “Blair Witch” erinnernde Klischee (so verläuft man sich natürlich, und kommt zwei Mal am gleichen Baum vorbei) nicht verkneift. Auch das Ende weckte etwas zu starke Erinnerungen an “Blair Witch” und “[Rec]”, wirkte daher wenig originell, und verlor für mich dadurch doch ein wenig an Wirkung. Schade – ohne dieses Manko der letzten paar Minuten hätte “Willow Creek” in meiner Gunst sogar die besagten beiden überholen und wertungstechnisch an “God Bless America” anknüpfen können. Ein Pflichttermin für alle Fans dieses Horror-Subgenres ist “Willow Creek” meines Erachtens aber dennoch – sofern man sich auf den etwas langsamen, gemächlichen und ruhigen Einstieg einlassen kann.
7/10

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Ich /slash mich weg – Tag 3: S-V/H/S

Vom ersten war ich – wie man auch hier nachlesen kann – ja eher nicht so angetan. Der Fortsetzung muss ich immerhin mal zu gute halten, besser zu sein als der Vorgänger – ist ja auch schon was. Leider überzeugt mich das Konzept dieser Found Footage-Horror-Anthologie nach wie vor nicht. Wer überspielt Material von digitalen Quellen, aus dem Internet etc. auf Videobänder? Wenn das wenigstens alte Aufnahmen von aus dem Jahre Schnee wären. Aber so wirkt es einfach nur seltsam.

Dafür haben mir aber wenigstens die einzelnen Geschichten diesmal etwas besser gefallen. Am schwächsten empfand ich dabei die Rahmenhandlung, die sehr uninspiriert verlief. Die erste Videokassette bot dann eine recht nette Idee, die aber doch recht offensichtlich von “The Eye” abgekupfert war: Ein Mann kann nachdem ihm eine Kamera als Auge eingebaut wird (statt nach einer Netzhaupttransplantation), plötzlich Geister sehen. Zwar mit netter, dichter Atmosphäre, aber halt leider wenig originell, teilweise unlogisch bzw. mit den selbst aufgestellten Regeln brechend (so sieht der Kerl z.B. dann wiederum erst recht nicht, was die Frau durch den Swimmingpool zieht), und mit dem einen oder anderen schrägen, wenig überzeugenden Einfall (vögeln zur Geisteraustreibung – was dann noch nicht mal sonderlich gut funktioniert hat). Insgesamt doch etwas unausgewogen, aber immerhin ganz nett inszeniert.

Mein Favorit war dann die zweite VHS-Aufnahme. Zwar fragt man sich kurz, warum sich jemand beim ganz normalen Mountainbiken filmen sollte (wenns wenigstens eine besonders spektakuläre Strecke gewesen wäre, oder so), aber da dies dazu führt, dass wir mal einen Zombie-Film aus der Sicht eines Zombies erleben dürfen – was zumindest mir als zugegebenermaßen nicht der allergrößte Horror-Experte als originelle Idee erschien – will ich ihnen das nachsehen. Den fand ich echt enorm unterhaltsam. Geschichte Nr. 3 leidet dann darunter, dass es für meinen Geschmack zu lang gedauert hat bis endlich mal etwas passiert ist. Das mit dem Interview, den Doku-Aufnahmen bei diesem Kult etc. zieht sich teilweise doch ziemlich in die Länge. Und wenns dann endlich mal losgeht, offenbart es sich als Mischung verschiedenster Ideen und einiger absurd-skurriler Szenen, die man jetzt mögen kann oder nicht. Mir persönlich war das eine oder andere davon offen gestanden etwas zu abgefahren (“Papa”). Die eine oder andere Szene ging aber zweifellos unter die Haut. Die letzte VHS-Kassette setzt mal eine Alien-Entführung als Found Footage um. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber eigentlich hat mir die Vorgeschichte bis zum Alien-Angriff besser gefallen als das, was danach kam. Und das mit der “Hunde-Kamera” erschien mit der Zeit doch ein wenig seltsam. Nichtsdestotrotz durchaus solide und unterhaltsam.

Insgesamt macht dies einen recht unterhaltsamen Film, der Fans des Found Footage-Horrors und/oder des ersten Teils wohl um einiges besser gefallen dürfte als mir.
6/10

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Ich /slash mich weg – Tag 3: Cheap Thrills

Ich kann anerkennen, was die Filmemacher hier beabsichtigt haben – bin jedoch leider der Ansicht, dass sie damit nur teilweise erfolgreich waren. Was “Cheap Thrills” zweifellos gelingt ist, aufzuzeigen, zu welchen Taten verzweifelte, sich in einer finanziellen Notlage befindliche Menschen bereit sind, für Geld zu gehen. Auch die Ausbeutung der Armen durch die Reichen prangert der Film erfolgreich an. Allerdings: Etwas subtiler und weniger mit dem Holzhammer ins Hirn des Zuschauers hineingeprügelt hätte es für meinen Geschmack ruhig sein dürfen. Zudem litt der Film bei mir unter akuter Vorhersehbarkeit. Bereits als uns die beiden früheren Freunde vorgestellt wurden war mir klar, wie sich deren Dynamik in weiterer Folge entwickeln und wer sich als der Hartnäckigere erweisen würde. Auch davon abgesehen konnte ich mir während des Films oftmals denken, wie es wohl weitergehen wird, und sollte damit zumeist auch recht behalten. Vor allem auch der Ausgang des Geschehens war mir viel zu klar.

Für andere mag dies die Wirkung des Films steigern – so als würde man einen Unfall in Zeitlupe mitverfolgen können, ohne Möglichkeit, einzugreifen und die drohende Katastrophe zu verhindern. Mir nahm es dem Film jedoch erheblich an Schockwirkung, und wirkte sich auch negativ auf den Unterhaltungswert aus. Zudem hätte ich es vorgezogen, wenn Craig zwar in einer finanziellen Notlage gewesen, aber nicht gleich auch noch gekündigt worden wäre. Das war mir der zufälligen Notlage einfach zu viel. Wäre es nur ein Weg gewesen, seine finanzielle Situation rasch zu verbessern, ohne das er vor dem gänzlichen Ruin steht, hätte ich den Film aussagekräftiger gefunden. Zumal es “Cheap Thrills” ohnehin trotzdem nicht gelungen ist, dass ich mich mit ihm identifizieren konnte. Und über Vince erfahren wir wiederum zu wenig, als das ich sein Verhalten hätte nachvollziehen hätte können.

Ich will den Film jetzt aber auch nicht krampfhaft schlecht reden. Er war schon gut und bot so manche gemeine Szene, die unter die Haut ging. Aber vollständig überzeugt hat er mich halt leider nicht.
5/10

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