Ich /slash mich weg – Tag 3: Cheap Thrills

Ich kann anerkennen, was die Filmemacher hier beabsichtigt haben – bin jedoch leider der Ansicht, dass sie damit nur teilweise erfolgreich waren. Was “Cheap Thrills” zweifellos gelingt ist, aufzuzeigen, zu welchen Taten verzweifelte, sich in einer finanziellen Notlage befindliche Menschen bereit sind, für Geld zu gehen. Auch die Ausbeutung der Armen durch die Reichen prangert der Film erfolgreich an. Allerdings: Etwas subtiler und weniger mit dem Holzhammer ins Hirn des Zuschauers hineingeprügelt hätte es für meinen Geschmack ruhig sein dürfen. Zudem litt der Film bei mir unter akuter Vorhersehbarkeit. Bereits als uns die beiden früheren Freunde vorgestellt wurden war mir klar, wie sich deren Dynamik in weiterer Folge entwickeln und wer sich als der Hartnäckigere erweisen würde. Auch davon abgesehen konnte ich mir während des Films oftmals denken, wie es wohl weitergehen wird, und sollte damit zumeist auch recht behalten. Vor allem auch der Ausgang des Geschehens war mir viel zu klar.

Für andere mag dies die Wirkung des Films steigern – so als würde man einen Unfall in Zeitlupe mitverfolgen können, ohne Möglichkeit, einzugreifen und die drohende Katastrophe zu verhindern. Mir nahm es dem Film jedoch erheblich an Schockwirkung, und wirkte sich auch negativ auf den Unterhaltungswert aus. Zudem hätte ich es vorgezogen, wenn Craig zwar in einer finanziellen Notlage gewesen, aber nicht gleich auch noch gekündigt worden wäre. Das war mir der zufälligen Notlage einfach zu viel. Wäre es nur ein Weg gewesen, seine finanzielle Situation rasch zu verbessern, ohne das er vor dem gänzlichen Ruin steht, hätte ich den Film aussagekräftiger gefunden. Zumal es “Cheap Thrills” ohnehin trotzdem nicht gelungen ist, dass ich mich mit ihm identifizieren konnte. Und über Vince erfahren wir wiederum zu wenig, als das ich sein Verhalten hätte nachvollziehen hätte können.

Ich will den Film jetzt aber auch nicht krampfhaft schlecht reden. Er war schon gut und bot so manche gemeine Szene, die unter die Haut ging. Aber vollständig überzeugt hat er mich halt leider nicht.
5/10

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