Ich /slash mich weg – Tag 3: S-V/H/S

Vom ersten war ich – wie man auch hier nachlesen kann – ja eher nicht so angetan. Der Fortsetzung muss ich immerhin mal zu gute halten, besser zu sein als der Vorgänger – ist ja auch schon was. Leider überzeugt mich das Konzept dieser Found Footage-Horror-Anthologie nach wie vor nicht. Wer überspielt Material von digitalen Quellen, aus dem Internet etc. auf Videobänder? Wenn das wenigstens alte Aufnahmen von aus dem Jahre Schnee wären. Aber so wirkt es einfach nur seltsam.

Dafür haben mir aber wenigstens die einzelnen Geschichten diesmal etwas besser gefallen. Am schwächsten empfand ich dabei die Rahmenhandlung, die sehr uninspiriert verlief. Die erste Videokassette bot dann eine recht nette Idee, die aber doch recht offensichtlich von “The Eye” abgekupfert war: Ein Mann kann nachdem ihm eine Kamera als Auge eingebaut wird (statt nach einer Netzhaupttransplantation), plötzlich Geister sehen. Zwar mit netter, dichter Atmosphäre, aber halt leider wenig originell, teilweise unlogisch bzw. mit den selbst aufgestellten Regeln brechend (so sieht der Kerl z.B. dann wiederum erst recht nicht, was die Frau durch den Swimmingpool zieht), und mit dem einen oder anderen schrägen, wenig überzeugenden Einfall (vögeln zur Geisteraustreibung – was dann noch nicht mal sonderlich gut funktioniert hat). Insgesamt doch etwas unausgewogen, aber immerhin ganz nett inszeniert.

Mein Favorit war dann die zweite VHS-Aufnahme. Zwar fragt man sich kurz, warum sich jemand beim ganz normalen Mountainbiken filmen sollte (wenns wenigstens eine besonders spektakuläre Strecke gewesen wäre, oder so), aber da dies dazu führt, dass wir mal einen Zombie-Film aus der Sicht eines Zombies erleben dürfen – was zumindest mir als zugegebenermaßen nicht der allergrößte Horror-Experte als originelle Idee erschien – will ich ihnen das nachsehen. Den fand ich echt enorm unterhaltsam. Geschichte Nr. 3 leidet dann darunter, dass es für meinen Geschmack zu lang gedauert hat bis endlich mal etwas passiert ist. Das mit dem Interview, den Doku-Aufnahmen bei diesem Kult etc. zieht sich teilweise doch ziemlich in die Länge. Und wenns dann endlich mal losgeht, offenbart es sich als Mischung verschiedenster Ideen und einiger absurd-skurriler Szenen, die man jetzt mögen kann oder nicht. Mir persönlich war das eine oder andere davon offen gestanden etwas zu abgefahren (“Papa”). Die eine oder andere Szene ging aber zweifellos unter die Haut. Die letzte VHS-Kassette setzt mal eine Alien-Entführung als Found Footage um. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber eigentlich hat mir die Vorgeschichte bis zum Alien-Angriff besser gefallen als das, was danach kam. Und das mit der “Hunde-Kamera” erschien mit der Zeit doch ein wenig seltsam. Nichtsdestotrotz durchaus solide und unterhaltsam.

Insgesamt macht dies einen recht unterhaltsamen Film, der Fans des Found Footage-Horrors und/oder des ersten Teils wohl um einiges besser gefallen dürfte als mir.
6/10

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