Ich /slash mich weg – Tag 6: Hail

Von allen Filmen von denen ich vor hatte, sie mir beim heurigen Festival anzusehen, war “Hail” jener, wo ich – neben “A Field in Englang” – am skeptischsten war, ob er meinen Geschmack treffen würde. Leider sollte ich mit dieser Befürchtung recht behalten: Ich empfand “Hail” als sehr anstrengend – aber nicht, weil er emotional so auführend gewesen wäre, sondern weil ich ihn als Geduldsprobe empfand. Die Handlung war mir teilweise viel zu konfus, und vor allem auch die Inszenierung hat mich mit den zahlreichen “out of focus”-Einstellungen – oftmals schwankte man innerhalb einer Szene zwischen scharf, unscharf und wieder zu scharf zurück; früher hätte man einen Kameramann für so eine Arbeit gefeuert oder ihn zumindest von Christian Bale anschreien lassen, heutzutage nennt man es “kunstvoll” – sowie willkürlich eingestreuten Szenen deren Sinn zumindest der Verfasser dieser Zeilen zu dämlich war um ihn zu kapieren (Zufallende Türen, Haare die im Wind wehen, Strände, ein vom Himmel fallendes Pferd). Und obwohl ich des englischen eigentlich grundsätzlich mächtig bin und Untertitel sonst nicht gerne mag, aber aufgrund der teils starken australischen Akzente und des Genuschels war das wirklich ein Film, der von solchen hätte profitieren können – habe ich doch nur rund die Hälfte dessen, was ihr gesprochen wurde, auch verstanden. Gegen Ende gibt es dann eine wirklich gelungene tragische Wendung die mich überzeugen konnte und es kurzzeitig geschafft hat, mein Interesse zu wecken. Doch auch danach zieht sich der Film wieder ungemein und lässt das dramaturgische Potential dass sich durch diese Entwicklung ergeben hätte weitestgehend ungenutzt. Zumal mir rund um diese Wendung auch wieder zu vieles unklar blieb. Immerhin, eines muss man “Hail” aber lassen: Er bietet ein Fenster in eine Welt, die mir – zum Glück! – völlig unbekannt und ein Mysterium ist. Schade nur, dass dieser Blick – der von der Grundidee her durchaus interessant war – nicht unterhaltsamer ausgefallen ist.
3/10

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