Ich /slash mich weg – Tag 9: The Hole 3D

Der einzige Vorteil meines Rückstands zum /slash Filmfestival: In der Zwischenzeit habe ich für den einen oder anderen Film schon mein Review für fictionBOX verfasst. So auch für “The Hole”. Der Klick bringt euch zum Review inkl. Filminfos, Kurzinhalt und Bildern, den Text selbst habe ich euch unten angefügt. -> Link zum Review auf fictionBOX

“The Hole” ist der bisher letzte Spielfilm des bekannten amerikanischen Regisseurs Joe Dante, der sich u.a. für “Piranha”, “Gremlins” (Teil 1 und 2), “Meine teuflischen Nachbarn” und “Small Soldiers” verantwortlich zeichnet. Zu Beginn des aktuellen 3D-Booms beschloss er, einen Jugend-Horrorfilm zu drehen der sich diese Technologie zu Nutze macht – nur um dann in den amerikanischen 3D-Kinos zugunsten von nachträglich in die dritte Dimension konvertierten Blockbustern den Kürzeren zu ziehen. Bis zum heutigen Tag ist der Film in den USA nicht erschienen und auch im Heimkinomarkt nicht erhältlich – lediglich auf vereinzelten Festivals war er zu sehen. Hierzulande konnte man sich wenigstens 2011 über einen DVD-, Blu Ray- und 3D Blu Ray-Release freuen; ins Kino hat es “The Hole” aber leider auch bei uns nicht geschafft. Dank dem /slash Filmfestival kam ich nun aber doch noch in den Genuss, den Film so zu sehen wie es von Joe Dante – der auch persönlich vor Ort war und nach dem Screening für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stand – beabsichtigt war: Nämlich auf der großen Leinwand und in 3D.

Es gibt ja viele, die dem 3D-Trend – der langsam aber sicher ohnehin schon wieder abzuflauen scheint – skeptisch gegenüberstehe. Ich schaue fast jeden Film bei dem sich mir die Gelegenheit bietet in dem Format, und habe ebenfalls schon zahlreiche Enttäuschungen erlebt – gerade auch bei den nachträglichen Konvertierungen. “The Hole” beweist aber wieder einmal, was mit dem Effekt mit einem kompetenten Regisseur, der die Möglichkeiten aber auch Beschränkungen dieser Technologie versteht, herauszuholen ist. Egal ob das tiefe Loch, die plastischen Monster-Kreaturen, vor allem aber dann das surreale Finale in einer Art Traumwelt – Joe Dante versteht es wirklich, die 3D-Technologie zu nutzen, um den visuellen Aspekt seines Films aufzuwerten. Aber auch davon abgesehen hat er sich einige interessante optische Spielereien einfallen lassen. So bewegt sich z.B. ein kleines Geister-Mädchen, dass die drei heimsucht, irgendwie ein bisschen ruckelnd – so als hätte er die entsprechenden Szenen mit weniger Bildern in der Sekunde gedreht, statt der üblichen 24. Ein ungewöhnlicher und auch irgendwie gruseliger Effekt, da dadurch auch visuell der Eindruck vermittelt wird, dass dieses Wesen irgendwie nicht in “unsere” Welt gehört. Optisch am beeindruckendsten ist dann aber das Finale. Ich muss gestehen: Als deutlich wurde, dass man am Ende des Films ins Loch hinabsteigen würde, war ich anfangs sehr skeptisch – da ich eigentlich den ganzen Film über genau das befürchtet hatte und dachte, es sei besser, wenn uns was auch immer sich im Loch befindet verborgen bleibt. Die entsprechenden Szenen waren dann visuell aber derart beeindruckend – nicht nur wegen dem 3D, sondern auch wegen ihrer surrealen Qualität – dass ich meine Meinung schnell revidieren musste. Zumal dieses Finale irgendwie typisch Dante ist, und er vor allem dort jene Skurrilität die viele seiner Filme auszeichnen so richtig ausleben kann.

Wichtig ist, mit den richtigen Erwartungen in den Film zu gehen: Trotz der FSK16-Freigabe – die ich offen gestanden für einen Witz halte – ist “The Hole” kein nervenzerfetzender oder gar ultra-brutaler Horror-Schocker. Wie die meisten von Joe Dantes Filme richtig er sich vielmehr eher an ältere Kinder und Jugendliche – nicht zuletzt sind ja auch diese es, welche in “The Hole” das Abenteuer erleben. Das soll jetzt nicht wiederum im Umkehrschluss heißen, dass man den Film nicht als Erwachsener genießen kann – aber er ist definitiv eher an eine etwas jüngere Zielgruppe ausgerichtet, die sich mit den Figuren und den hier behandelten Thematiken wohl am besten identifizieren wird können. Wer sich einen extrem verstörenden Horrorfilm mit nägelkauender Spannung von der ersten bis zur letzten Sekunde oder gar ein Blutbad erwartet, ist bei “The Hole” demnach falsch. Hier regiert eher der zarte, wohlige Grusel – was jedoch zumindest ich angesichts der unzähligen doch eher einfallslosen Horrorfilme mit unzähligen billigen Schockeffekten definitiv als Stärke empfinde.

Zumal “The Hole” noch über eine ganz wesentliche Stärke verfügt: Er will nicht einfach nur gut unterhalten und/oder den Zuschauer erschrecken. Vielmehr vermittelt der Film durchaus auch eine Message. Auch diese mag sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche richten, sollte aber auch an Erwachsenen nicht gänzlich verloren sein. Denn der Horror ist in “The Hole” nicht willkürlich sondern steuert auf eine clevere und gut durchdachte Auflösung hin, die jeder Zuschauer wohl früher oder später selbst schon erahnen wird. Auch hier hebt sich “The Hole” wohltuend vom Genre-Bodensatz ab. Die schauspielerischen Leistungen können ebenfalls gefallen. Chris Massoglia mag zwar ein bisschen blass bleiben, Haley Bennett und Nathan Gamble und Teri Polo machen dieses Manko aber wieder wett. In einer Nebenrolle ist zudem natürlich auch wieder Joe Dante’s “Glücksbringer” Bruce Dern mit von der Partie. Leider ist dieser auch zugleich mein erster wesentlicher Kritikpunkt. Seine Figur wirkt doch vergleichsweise unnötig – und leider auch dumm, da den drei Hauptprotagonisten danach etwas gelingt, das er offenbar nie geschafft hat. Auch bekommen sie von ihm eine Information, wo man sich schon fragen muss: Woher wollte er das wissen? Generell hat mich das mit dem zusammengesetzten Puzzlebild überhaupt nicht überzeugt; es wirkt sehr konstruiert und das einzige Plotelement, dass nicht wirklich Sinn ergeben will. Besonders tragisch ist es insofern, als es eigentlich völlig unnötig ist. Man hätte das rausstreichen können, und “The Hole” hätte nichts verloren. Das gleiche gilt eben leider auch für Creepy Carl, dem doch ein gewisser Rothemden-Charakter anhaftet. Von diesen Mankos abgesehen hat mir “The Hole” aber sehr gut gefallen.

Fazit: “The Hole” ist ein gelungener Gruselfilm, der sich zwar in erster Linie an ältere Kinder und Jugendliche richtet – weshalb ich das FSK16-Rating für absolut bescheuert halte – aber durchaus auch Erwachsenen gefallen sollte. Zumindest, sofern man sich vor Augen führt, dass bei “The Hole” eher der sanfte Grusel denn der nervenzerfetzende Horror vorherrschend ist, und sich auf einen stimmungsvollen, wenn auch insgesamt vergleichsweise harmlosen, Horrorfilm einlassen kann. Die beiden größten Stärken waren für mich die nicht unclevere Handlung (insbesondere die Auflösung, was es mit den “Monstern” auf sich hat) sowie Joe Dantes Regie. Vor allem zum Finale hin schmückt er “The Hole” mit einigen visuell bestechenden Bildern, die vor allem aufgrund ihrer Surrealität zu gefallen wissen. Zur Qualität des 3Ds im Heimkino kann ich zwar mangels Ausstattung keine Aussage treffen, aber im Kino konnte der Effekt wirklich gefallen – somit erweist sich Joe Dante als einer jener Regisseure, welche die Technologie sinnvoll zu nutzen wissen, und wo das 3D den Film auch wirklich aufwertet. Insgesamt ist “The Hole” zwar kein ganz großer Wurf, und dem einen oder anderen Genre-Fan vielleicht zu harmlos, dennoch bietet er solide Grusel-Unterhaltung, und empfiehlt sich insbesondere für ältere Kinder als optimale “Einstiegsdroge” ins Horror-Genre.
7/10

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Ich /slash mich weg – Tag 9: Tormented 3D

Von ein paar gelungenen, effektiven 3D-Szenen – z.B. eine Wendeltreppe betreffend, oder auch das im Kino – und die nette (wenn auch wenig originelle) Szene mit dem Film im Film mal abgesehen, hatte mir “Tormented 3D” leider nichts zu bieten. Ich fand ihn nicht im geringsten gruselig und/oder beängstigend; vor allem der große rosa Plüschhase lud mich mehr zum Lachen als zum Fürchten ein. Jemand in einem angsteinflößenden Hasenkostüm, das mag bei “Donnie Darko” funktioniert haben, geht hier aber völlig schief. Da musste ich bestenfalls noch an die Duracell-Werbung denken. Auch die eine oder andere Wendung hat mich leider nicht wirklich überzeugt. Insgesamt empfand ich “Tormented 3D” überwiegend als langweilig und/oder unfreiwillig komisch, und konnte mich leider nie so recht auf ihn einlassen.
3/10

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Ich /slash mich weg – Tag 8: Bad Milo!

Vor der Vorführung hatte ich ja die Befürchtung, dass mir ein Film über einen bei Stress/Ärger aus dem Hintern hervortretender Dämon schon wieder zu blöd und schräg sein könnte. Entgegen der unappetitlichen Prämisse überraschte mich “Bad Milo!” dann jedoch mit einer ordentlichen Portion Herz. Milo ist zudem die wohl niedlichste Arschgeburt aller Zeiten. Gut, ok, wenn er in den Killermodus geht wirkt ein weniger süß, aber davon abgesehen hat man ihm das typische “große Kulleraugen”-Gschau verpasst. Trotz aller Absurdidät setzt sich “Bad Milo!” dabei durchaus kritisch mit dem Druck auseinander, dem wir uns in der heutigen Welt – durch Job, Familie etc. – ausgesetzt sehen, und natürlich auch damit, wie wir mit diesem umgehen. Kurz gesagt: Wir müssen uns mit unseren inneren Dämonen versöhnen und uns zudem den Dingen die uns Stress machen stellen, statt diesen in uns hineinzufressen. Das beste am Film waren für mich einzelne absurde Szenen sowie die guten Darstellerleistungen. Und Design und Umsetzung von Milo waren natürlich auch gut. Inhaltlich hätte ich mir aber noch etwas mehr Futter gewünscht, und auch die Mischung aus Komik und Horror hat für mich nicht immer 100&ig funktioniert. Insgesamt ist “Bad Milo!” ein nettes Filmchen für zwischendurch, dass in erster Linie der Zerstreuung – bzw. der Ablenkung von jenen Dingen, die in einem selbst einen Arschdämon heranwachsen lassen – dient.
5/10

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Ich /slash mich weg – Tag 8: Sharknado

Zu “Sharknado” habe ich mittlerweile ein ausführliches Review für fictionBOX geschrieben. Den Text findet ihr anbei, mit Klick auf den Link kommt ihr auf den Artikel bei fictionBOX, der darüber hinaus mit Filminfos und -bildern aufwarten kann: Klick

Die Vorstellung von “Piranha 2” (aka “Piranha 3DD”) beim letztjährigen /Slash Filmfestival war meinem Empfinden nach jene mit der mit Abstand besten Stimmung – was sich auch in meinem nicht einmal so negativen Review wiedergespiegelt hat. Es machte einfach mordsmäßigen Spaß, den Film mit einem Publikum zu sehen, dass eine kultige, gut gemachte Trash-Granate zu schätzen weiß. Stellte sich nur die Frage: Wie soll man beim heurigen Festival an diesen Erfolg anknüpfen? In Wahrheit gab es dafür wohl von vornherein nur eine Option. Asylum-Produktionen stehen zwar üblicherweise für den Bodensatz filmischen Schaffens, und vor allem ihre Mockbuster-Tradition geht mir doch ziemlich gegen den Strich. Darüber hinaus haben sie sich aber in den letzten Jahren als Produzenten von SyFy-Trash-Filmen wie “Mega Shark vs. Giant Octopus” und “2-Headed Shark Attack” einen Namen gemacht. Mit “Sharknado” ist ihnen im Sommer dieses Jahres ein Phänomen gelungen, dass – nicht zuletzt dank des Internets – weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Schon allein die Idee fällt in die Kategorie “So blöd, dass sie schon wieder gut ist”. Und auch den Film kann man durchaus mit diesen Worten beschreiben.

Um Missverständnissen vorzubeugen: “Sharknado” ist beileibe kein guter Film. Die schauspielerischen Leistungen sind – mit der rühmlichen Ausnahme von Cassie Scerbo, die sich nicht einmal so schlecht schlägt – überwiegend kaum auch wirklich als “Leistungen” klassifizierbar, wobei ich vor allem Tara Reid selbst für ihre Verhältnisse grottenschlecht fand. Die wirkt so, als wäre sie am Set ständig besoffen gewesen – oder schlimmeres. Auch ihr Film-Freund (keine Ahnung wie seine Rolle hieß, daher kann ich auch nicht sagen, wer der Darsteller genau war) stellt bei seinem kurzen Auftritt ein paar grauenhafte line-readings zur Schau. Der Rest fällt nicht groß positiv oder negativ auf. Die Regie strotzt nur so vor Anschlussfehlern, wechselnden Lichtverhältnissen usw., und ist generell auf Amateur-Niveau. Die Optik ist durchgehend billig, und die CGI-Haie sind absolut lachhaft. Und dem ganzen Film merkt man an, dass er weniger eine Low-Budget als eine No-Budget-Produktion ist. Die Straßen sind weitestgehend verlassen – wobei ich vor allem den mickrigen Stau, der gut und gerne der armseligste der Filmgeschichte sein könnte, zum Brüllen komisch fand. Von der hier präsentierten “Wissenschaft” eines Tornados voller Haie natürlich ganz zu schweigen. Und dennoch… mit der richtigen Einstellung, den richtigen Freunden und der richtigen Menge Alkohol lässt sich mit “Sharknado” viel Spaß haben. Denn genau das ist der Punkt: “Sharknado” ist kein Film, der sich nach dem cineastischen Himmel streckt, versucht ein Meisterwerk zu sein, und daran scheitert. Er weiß genau, was er sein will – und schafft dies auch. Der Film nimmt sich keine Sekunde lang ernst, fügt eine absurde Idee und/oder Szene an die nächste, und streut zwischendurch in all der unfreiwilligen (?) Komik auch einige ganz gezielte Gags ein, die oftmals mindestens ebenso sehr zum Kopfschütteln und Fremdschämen einladen wie der Rest des Films (ich sag nur “It’s that time of the month.”).

Auch die Grundidee an sich empfinde ich, so lächerlich sie auch sein mag, als eine der Stärken des Films. Natürlich ist es völliger Quatsch und nur mit mindestens einem Augenzwinkern zu akzeptieren – aber eines muss man den Machern schon zu Gute halten: Es ist wenigstens mal etwas Neues. Anstatt einfach nur die x-te uninspirierte “Der weiße Hai”-Kopie abzuliefern, haben sie sich wenigstens etwas überlegt, um ihren Film aus der Reihe an Nachahmern hervorstechen zu lassen – womit sie zugleich das oftmalige Problem solcher Filme, dass man den Protagonisten am liebsten zuschreien würde “Dann geht halt einfach nicht ins Wasser!” umgeht. So lächerlich es teilweise auch ausgesehen haben mag, wenn Haie im scheinbar knöcheltiefen Wasser schwimmen, aber zu sehen, wie aufgrund des orkanbedingten Hochwassers Wohngegenden terrorisieren hebt “Sharknado” allein schon mal von unzähligen anderen Hai-Filmen ab. Und, ganz ehrlich… schon allein beim Anblick eines solchen Sharknados sollte eigentlich jedem Trash-Fan das Herz lachen.

Doch “Sharknado” ruht sich auch nicht auf diesem Grundkonzept aus. Er beginnt vielmehr mit dieser lächerlichen Idee – und setzt dann kontinuierlich immer noch eins drauf. Das Ergebnis sind zahlreiche völlig übertriebene Szenen, die beim /slash-Publikum für Jubel gesorgt haben, wobei man sich den großartigsten, coolsten, kultigsten und besten Moment auch wirklich für das Ende aufhebt. Darüber hinaus spart man – wie es sich für so einen Film ja schon fast gehört – auch nicht mit Zitaten auf den Klassenprimus “Der weiße Hai”, dem u.a. mit einer ins Maul eines Hais gestopften Sauerstoffflasche, einer absolut köstlichen Parodie der Indianapolis-Rede von Quint sowie einer Abwandlung von Roy Scheiders berühmtem improvisierten Filmzitat “You’re gonna need a bigger boat” Tribut gezollt wird. Auch diese Momente wusste ich zu schätzen. Wenn es – abseits der objektiven Kritikpunkte rund um die generelle Produktionsqualität des Films – etwas gibt, dass ich an “Sharknado” kritisieren muss und das letztendlich auch verhindert, dass ich ihn auf eine Stufe mit “Piranha 2” aus dem letzten Jahr stellen kann, dann sind es die Zugeständnisse, die Asylum angesichts der Ausstrahlung auf einem US-Kabelsender machen mussten. So muss auf Gore-Effekte weitestgehend verzichtet werden, und auch auf nackte Tatsachen hofft man vergeblich. Auf die Gefahr hin, wie ein blutrünstiger und/oder notgeiler Psychopath zu klingen, finde ich doch, dass diese Zutaten eigentlich zu solchen Trash-Filmen irgendwie dazugehören. Ihr Fehlen lässt “Sharknado” leider doch etwas harm- und zahnlos wirken, und verhindert in meinen Augen, dass er so ganz zu jener kultigen Trash-Perle wird, als der er von so manchen hingestellt wird. Davon abgesehen stimme ich mit der Werbezeile “Genug gesagt!” aber insofern überein, als man im Wesentlichen genau das bekommt, was man sich von einem Film mit dem verheißungsvollen Titel “Sharknado” erwartet.

Fazit: “Sharknado” ist keinesfalls ein guter Film – aber, mit dem richtigen Publikum an der Seite und gegebenenfalls auch ein paar Flaschen Alkohol, ein sehr spaßiger, amüsanter und unterhaltsamer. Wichtige Grundvoraussetzung dabei ist, sich – wie ja eigentlich auch schon der Titel klarmachen sollte – vor Augen zu halten, dass der Film sich selbst und auch seine Zuschauer zu keinem Zeitpunkt ernst nimmt, sondern vielmehr auf die ohnehin schon absurde Grundidee auch noch zahlreiche abstruse Szenen aneinanderreihen, die sich in ihrer Absurdität sogar noch laufend steigern. Schafft man es, sich auf das daraus resultiertende Trash-Fest einzustellen und über die zahlreichen produktionstechnischen Mängel – angefangen von den schauspielerischen “Leistungen” über die amateurhafte Inszenierung bis hin zu den lachhaften CGI-Haien – hinwegzusehen, lässt sich mit “Sharknado” viel Spaß haben. Für den ganz großen Trash-Klassiker fehlen ihm allerdings meines Erachtens zwei dafür wesentliche Zutaten, nämlich Sex und Gewalt. Da er fürs Fernsehen produziert wurde, ist er doch vergleichsweise züchtig und zahnlos. Von diesem Manko abgesehen hält “Sharknado” allerdings durchaus, was der trashig-kultige Titel verspricht.
4/10

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Ich /slash mich weg – Tag 8: Big Ass Spider!

“Big Ass Spider!” ist ein nettes, charmantes, unterhaltsames kleines Creature Feature – war jedoch für meinen Geschmack schon fast wieder etwas zu harmlos (weshalb ich auch das FSK16-Rating nicht wirklich nachvollziehen kann). Er erinnert diesbezüglich sehr an “Eight Legged Freaks”, in dem es ja ebenfalls um große, mutierte Spinnen ging. Ich weiß nicht, ich finde halt einfach – und das sage ich als jemand, der nicht unbedingt ein Fan von Splatter und Gore ist – ein gewisses Maß an Blut und Gore gehört zu solch trashigen Filmen einfach dazu. “Big Ass Spider!” ist diesbezüglich aber sogar nochmal eine ganze Ecke harmloser als der ohnehin schon recht zahme “Sharknado”. Und wenn ich schon beim Meckern bin: Das Geplänkel zwischen Alex und Jose wirkte auf mich teilweise etwas bemüht und wie aus dem Handbuch für coole Buddy-Movie-Sprüche. Von diesen beiden Mankos abgesehen lässt sich mit “Big Ass Spider!” aber zweifellos Spaß haben. Die Produktionsqualität ist – auch wenn vor allem die größeren Spinnen und bei vollem Tageslicht ihre Computerherkunft nicht verbergen können – zweifellos über “Sharknado” u.ä. anzusiedeln, Greg Grunberg zeigt sich äußerst spielfreudig, es gibt zahlreiche gelungene Gags, und auch die Inszenierung besticht mit ein paar tollen Szenen (wie z.B. der großartige Einstieg). Wirklich etwas besonderes ist diese Riesenarschspinne aber in meinen Augen nicht.
6/10

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Ich /slash mich weg – Tag 7: Antiviral

“Antiviral” ist sehr “Cronenbergian” – was einen vor allem dann nicht überrascht, wenn einem bewusst ist, dass er von Brandon Cronenberg, seines Zeichens Sohn von David, geschrieben und inszeniert wurde. Dieser setzt sich in seinem Debütfilm sehr kritisch mit dem Celebrity-Wahn auseinander – wobei ich offen gestehen muss, dass es mir eher schwer fiel, das Grundkonzept seines Films zu schlucken. Wenn er uns darin die Entwicklung vom heutigen Personenkult – von TMZ über Stars-Tracker bis hin zu Jugendlichen die in den Eigenheimen ihrer Stars einbrechen (siehe “The Bling Ring”) – zu jenem Extrem geschildert hätte, in dem es in “Antiviral” geht – nämlich sie die Krankheiten der verehrten Stars injizieren zu lassen – hätte es bei mir vielleicht funktioniert. Aber so war mir das ein zu großer, extremer Sprung, den ich – wohl da ich dieser ganzen Celebrity-Kult ohnehin nur bedingt etwas anfangen kann – nicht nachvollziehen konnte. Dementsprechend schwer fiel es mir, mich auf “Antiviral” einzulassen.

Von diesem nicht unerheblichen Manko abgesehen hat mir “Antiviral” aber ganz gut gefallen. Vor allem die Gestaltung der Sets, bei denen klinisches weiß dominierte, stach für mich hervor. Zudem reicherte Brandon Cronenberg den Film mit einigen anderen Ideen – wie virtuellen Simulationen der Stars, die dann für einen machen was immer man will – an, mit denen ich schon deutlich mehr anfangen konnte. Getragen wird der Film zudem von einer phantastischen Performance von Caleb Landry Jones, und dank des Plots rund um den Diebstahl und illegalen Verkauf von Krankheiten blieb der Film auch durchaus spannend und unterhaltsam. All diese positiven Aspekte ändert nur halt leider auch nichts daran, dass ich in die Welt von “Antiviral” – die zuletzt zudem noch einen weiteren seltsamen, abgefahrenen Haken schlägt – nie so recht eintauchen konnte, und das Geschehen dementsprechend doch eher mit klinisch-akademischem Interesse verfolgte.
5/10

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Ich /slash mich weg – Tag 7: Haunter

Kurz bevor das komplette Programm des diesjährigen /slash Filmfestivals online gestellt wurde, hatte ich noch drei Filme, auf die ich stark gehofft hatte und die mir bis dahin noch gefehlt hatten: Byzantium, You’re Next und Haunter. Ersteren werde ich wohl nun leider in der Tat nicht auf der großen Leinwand sondern nur zu Hause im Heimkino zu Gesicht bekommen. Zweiterer war dann die große Überraschung die sich die Verantwortlichen für die Veröffentlichung des Programms aufgehoben hatten und war der offizielle Abschlussfilm (auch wenns danach noch zig weitere Vorstellungen gab – wie auch immer das funktionieren soll *g*). Und Haunter war mein heißer Tipp für den heurigen Überraschungsfilm. Immerhin durchzog das komplette Programm heuer eine gewisse “Haunted House”-Thematik – was sich ja auch im offiziellen Poster wiederspiegelte. Da würde “Haunter” doch eigentlich perfekt hineinpassen, oder? Und siehe da… der Vorhang geht auf, im Saal wirds dunkel, und nach den Firmencredits erscheint auf einmal “Abigail Breslin” – und ich freue mich riesig. Nicht “nur”, weil ich damit noch einen zweiten meiner drei Wunschfilme zu sehen bekam. Ich hab noch dazu zum ersten Mal einen Überraschungsfilm erraten! 🙂

Meine Vorfreude sollte sich dann auch als durchaus berechtigt herausstellen – denn mir hat “Haunter” wirklich sehr gut gefallen. Ich bin ja generell ein kleiner Fan von Vincenzo Natali, der wenn schon sonst nichts wenigstens visuell sehr ansprechende Filme inszeniert. Von seiner TV-, Doku- und Kurzfilm-Arbeit abgesehen kenne ich seine komplette Filmographie (“Cube”, “Cypher”, “Nothing” und “Splice”), und fand jeden davon gut bis sehr gut. “Haunter” sehe ich dabei auf einer Stufe mit seinem Erstling, der bis dahin für mich auch seinen bislang besten Film dargestellt hat. Wenn man das Konzept des Films hört, werden zwar einige “The Others!” schreien, und ja, stimmt schon, die Grundidee mag ident sein. Doch was beim Nicole Kidman-Grusler als “The Sixth Sense”-artiger last minute-plot twist verwendet wurde, bietet hier nun vielmehr die Ausgangsposition des Films. “Haunter” erzählt die Geschichte eines Geisterhauses aus der Sicht der Geister. Damit trotzdem auch für diese – unsere Hauptprotagonisten – eine Bedrohung da ist, wartet der Film aber mit der netten Idee auf, dass der Schrecken für die Opfer nicht nachdem sie vom bösen Geist ermordet wurden vorbei ist, sondern sie vielmehr danach dazu verdammt sind, den letzten Tag ihres Lebens in einer Art Vorhölle immer wieder und wieder zu durchleben. Lisa (Abigail Breslin) ist die Einzige, die sich bewusst ist, dass es sich bei ihr und ihrer Familie um Geister handelt – die an den Ort ihres Todes gebunden sind. Zusätzliche Spannung erzeugt der Film durch die neuen Eigentümer des Hauses (wo David Hewlett zu seinem obligatorischen Gastauftritt kommt), die zu den nächsten Opfern des bösen Geists zu werden drohen. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank gut, wobei vor allem “Little Miss Sunshine” Abigail Breslin gefällt. Sie mag keine Chloe Grace Moretz oder gar eine der beiden Fanning-Schwestern sein, zeigt aber erneut eine sehr überzeugende, natürliche Performance. Visuell gesehen ist “Haunter” vielleicht nicht ganz so interessant wie andere Natali-Filme, nach dem diesbezüglich doch überwiegend gewöhnlichen “Splice” (wobei mein diesbezüglicher Eindruck auch der abgefuckten Filmkopie mit der ich damals – kurz vor der endgültigen Umstellung aufs Digitalkino – konfrontiert wurde; da hat man uns nach Österreich wohl nur mehr die Abfallprodukte aus Deutschland geschickt, wo der Film einige Wochen früher gezeigt wurde), aber dennoch sieht auch sein jüngster Film wieder sehr gut aus. Zudem gelingt es ihm, eine nette, bedrohliche, gruselige Atmosphäre aufzubauen.

Ich mag solche “Gruselfilme” einfach, wenn sie gut gemacht sind. Und “Haunter” ist gut gemacht. Eine nette Story mit der einen oder anderen originellen Idee (allen voran natürlich, den üblichen Geisterhaus-Film quasi auf den Kopf zu stellen), zahlreichen gelungenen Szenen, guten schauspielerischen Leistungen, einer dichten Atmosphäre und einigen netten Bildern. Ein richtig schöner Film, um den geneigten Zuschauer einen gruselig-kalten Schauer über den Rücken jagen zu lassen. Meinen Geschmack hat “Haunter” jedenfalls – vielleicht vom etwas kitschigen Ende abgesehen – voll und ganz getroffen, und bei einem regulären Kinorelease würde ich darüber nachdenken, ihn mir noch einmal im Lichtspielhaus anzusehen (die Blu Ray ist ohnehin schon vorgemerkt).
8/10

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Ich /slash mich weg – Tag 7: A Field in England

Wie bei meinem Blogeintrag zu “Hail” schon erwähnt gabs in meinem persönlichen /slash-Programm zwei Filme, bei denen ich eher skeptisch war, ob sie meinen Geschmack treffen würden. “A Field in England” ist nun der zweite entsprechende Kandidat. Zwar hatte mit “Sightseers” (den ich letztes Jahr auf der Viennale gesehen hatte) sehr gut gefallen, aber mit seinem Erstling “Kill List” konnte ich eher weniger anfangen, und einige Vorab-Kritiken sahen AFIE wieder eher als Rückkehr zu Ben Wheatleys “Kill List”-Wurzeln. Da schrillten bei mir dann gleich die Alarmglocken. Und so habe ich ihn mir in erster Linie deshalb angesehen, da ich als /Slash-Pass-Besitzer jede Vorstellung “gratis” besuchen konnte. Außerdem gebe ich gerne auch Filmen die auf dem ersten Blick nicht so klingen als würden sie mich ansprechen eine Chance – da man dabei ja durchaus aus das eine oder andere Mal überrascht werden kann. Bei “A Field in England” blieb eine entsprechende positive Überraschung für mich aber leider aus.

“A Field in England” ist ein reines “mood piece”, und fällt in die Kategorie “style INSTEAD OF substance” (statt “nur” style OVER substance). Ein sehr langsames, meditatives Werk, dass bestimmt einige mit seiner ganz eigenen Stimmung und zahlreichen Kuriositäten ansprechen wird – ich zählte nur leider nicht dazu. Mir war das einfach zu weird, die Figuren nicht sympathisch und die Handlung zu dünn. Eingeschlafen bin ich zwar – im Gegensatz zu manch anderem im Kinosaal – nicht, habe aber für all jene denen es passiert ist Verständnis. Das einzige Positive, was ich ihm gegenüber vorbringen kann, sind die visuals. Dank der schwarz/weiß-Inszenierung sah er wirklich schick aus. Leider bleibt eine schön ausschauende Schlaftablette halt leider trotz allem eine Schlaftablette. Wer “Kill List” – im Gegensatz zu mir – mochte, darf zwar gerne auch bei “A Field in England” mal einen Blick riskieren. Aber meines war er halt leider nicht.
3/10

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Ich /slash mich weg – Tag 6: Kiss of the Damned

“Kiss of the Damned” ist jetzt der erste Film, zu dem ich seit dem Ende des /slash Filmfestivals bereits ein Review für fictionBOX geschrieben habe. Ich habe den Text daher einfach hier rüberkopiert. Alternativ könnt ihr auch auf den Link klicken und dort weiterlesen (mit Filminfos, Kurzinhalt und Bildern) -> Klick

Vampire zählen für mich nicht nur zu den beliebtesten und am häufigsten verwendeten, sondern auch zu den vielseitigsten Monstern der Filmgeschichte. Mit Zombies lassen sich zwar ebenfalls sehr unterschiedliche Filme machen – die Untoten selbst unterscheiden sich von einem Film zum nächsten aber üblicherweise nur darin, wie schnell sie sich bewegen (ob es sich also um die traditionellen, langsam dahintorkelnden Untoten oder die rasenden Zombies die mit “28 Days Later” ihren Anfang nahmen handelt). Vampire hingegen lassen sich sehr vielschichtig interpretieren – die Palette reicht dabei von verführerischen Kreaturen über eine tragische Figur die unter der Last der Unsterblichkeit (und dem, was die Vampire dafür tun müssen) leidet bis hin zu schlichten, seelenlosen Monstern. “Kiss of the Damned” verfolgt in erster Linie ersteren Zugang, und lässt damit jene romantisch-erotische Seite der Vampire wieder aufleben, die in den letzten Jahren –verharmloste und verkitschte Glitzervampire außen vor gelassen – doch eher in den Hintergrund gerückt ist.

Dementsprechend ist “Kiss of the Damned” mindestens so sehr eine Romanze wie Drama und/oder Horrorfilm – und wird von Regisseurin Xan Cassevetes (Tochter von Schauspieler und Regisseur John Cassevetes) auch mit einer Prise Erotik gewürzt. Ihren Film schmückt sie dabei mit wundervollen Bildern, wobei vor allem die satte Farbgebung durchgängig besticht. Generell fand ich Regie und vor allem Kameraführung sehr stilvoll und gelungen. Zudem wechselt sie gekonnt zwischen verschiedensten Stimmungen – mal erotisch-verführerisch, mal bedrohlich, mal tragisch. Sehr gut gefallen hat mir auch die Dynamik zwischen den Figuren, wobei vor allem die intrigante und leicht verrückte Mimi hervorsticht und den Film für mich aufwertet – ohne sie wäre das ganze nämlich doch eine eher unaufregende Angelegenheit gewesen. Auch den SchauspielerInnen gebührt Lob. Die mir bislang unbekannte Joséphine de La Baume spielt ihre Djuna als eher leidgeplagte Vampirin, die Angst hat Paolo in ihr Leben zu lassen. Dank ihrer verführerischen Ausstrahlung kann man zudem Paolos Faszination mit Djuna durchaus nachvollziehen. Milo Ventimiglia spielt ebenfalls gut, allerdings fehlen seiner Rolle die ganz großen Momente, in denen er so richtig glänzen könnte. Wohl auch deshalb hat mich letztendlich eigentlich Roxane Mesquida am meisten beeindruckt. Diese zeigt in “Kiss of the Damned” nämlich eine sehr energiegeladene Performance und schaffte es dank ihres Charmes, dass ich mit ihrer Figur trotz all ihrer Intrigen und ihres schädigenden Einflusses auf Djuna und Paolo zumindest ansatzweise sympathisiert habe. In wichtigen Nebenrollen sind darüber hinaus noch Anna Mouglalis, Michael Rapaport und Riley Keough (deren großem Talent die recht kleine Rolle hier leider kaum gerecht wird) zu sehen.

Wenn es bei “Kiss of the Damned” einen Knackpunkt gibt, dann ist das die Handlung. Diese ist einfach nichts Besonderes, und auch weitestgehend absehbar. Vor allem eine Wendung ist mir hier als doch sehr klischeehaft sauer aufgestoßen. Zudem sind die Figuren wenig komplex. Etwas mehr Charaktertiefe hätte dem Film meines Erachtens gut getan. Auch hätte ich ein anderes Ende der Handlung rund um Mimi und ihre Intrigen vorgezogen. Und leider spießten sich meines Erachtens auch die eher intime Liebesgeschichte zwischen Djuna und Paolo mit den Versuchen, einen Einblick in die Vampir-Gesellschaft zu geben. Vor allem eine längere Dialogszene wo bei einer Veranstaltung über Politik etc. diskutiert wird, wirkte auf mich wie ein absoluter Fremdkörper, und ließ den Film kurzfristig stehen bleiben. Ich sage nicht, dass sich aus den dort ergebenden Fragen nicht ebenfalls ein interessanter Film hätte machen lassen. Aber in “Kiss of the Damned” wollte mir diese Szene einfach nicht hineinpassen.

Fazit:”Kiss of the Damned” erfindet das Rad des Vampir-Films nicht neu, sondern versteht sich vielmehr als nostalgische Hommage an jene Genre-Produktionen, welche Vampir als verführerische Wesen inszenieren. Den ganzen Film umgibt – obwohl er in der Gegenwart angesiedelt ist – ein gewisser 70er Jahre-Flair, der durchaus seinen Reiz hatte. Sehr gut gefallen hat mir die Inszenierung von Xan Cassevetes, die den Film seiner eher romantisch-erotischen Richtung entsprechend sehr stilvoll und farbenprächtig in Szene setzt. Die Stimmung des Films schwankt dabei gekonnt zwischen verführerisch und bedrohlich, zwischen romantisch und tragisch. Die DarstellerInnen haben ebenfalls großen Anteil am Gelingen des Films, wobei für mich aus dem Ensemble insbesondere Roxane Mesquida hevorstach – was jedoch zugegebenermaßen auch einfach damit zusammenhängen könnte, dass ich Mimi für die interessanteste Figur im Film halte. Die Handlung ist hingegen leider nichts besonders; hier betrifft “Kiss of the Damned” doch überwiegend bekannte Pfade, und lässt sich leider auch das eine oder andere Klischee nicht entgehen. Eine längere Dialogszene mittendrin wirkte zudem auf mich wie ein Fremdkörper, und zog ihn kurzfristig herunter. Und auch einen etwas anderen Ausgang des Geschehens hätte ich persönlich vorgezogen. Vampir-Freunden – allen voran von den eher romantisierenden Klassikern – kann “Kiss of the Damned” aber durchaus sanft empfohlen werden.
6/10

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Ich /slash mich weg – Tag 6: Big Bad Wolves

Vorwort: Wie heißt es doch so schön: Kein Schlachtplan überlebt die erste Feindberührung. Zu Beginn des Festivals war ich voller Tatendrang, aber wenn man dann mal jeden Abend 3 Filme anschaut und unter Tags darauf schauen muss, mit der Arbeit an einer anderen Seite (fictioNBOX) nicht ins Hintertreffen zu geraten, bleibt der Blog früher oder später auf der Strecke. Und ab Freitag, 27. September, war ich dann generell einfach nur mehr fertig und ausgelaugt. Ehe nächste Woche die Viennale beginnt, möchte ich aber schauen, dass ich im Lauf der nächsten Tage meinen /slash-Rückstand aufhole. Teilweise habe ich zu manchen hier besprochenen Filmen auch schon ein vollwertiges Review für fictionBOX geschrieben – in diesen Fällen werde ich es mir leicht machen und es einfach hier in den Blog kopieren, damit die /slash-Berichterstattung hier auch wirklich vollständig ist. Soweit dazu, nun aber weiter im Programm, mit meiner Meinung zu “Big Bad Wolves” ->

Mittlerweile ist das /slash Filmfestival ja wieder zwei Wochen vorbei. Und so traue ich mir rückwirkend und mit etwas Distanz zu allen Filmen nun mit Sicherheit zu sagen, dass “Big Bad Wolves” für mich das absolute Highlight des Festivals war. Die Ausgangssituation erinnert an den Film “Prisoners” der letzte Woche im Kino angelaufen ist, den ich bislang aber noch nicht gesehen habe. Ich fürchte aber fast, “Big Bad Wolves” könnte mir diesen im Ansatz verdorben haben. Denn was diesen israelischen Film in erster Linie auszeichnet, ist eine gehörige Portion pechschwarzen Humors. Bei keinem anderen Film während des Festivals (ja nicht mal “Sharknado”) habe ich ansatzweise so viel gelacht – wobei das Lachen in diesem Fall teilweise herrlich weh tat – und wenn ich auf das heurige Kinojahr zurückblicke fällt es mir irgendwie generell schwer, einen Film zu finden, der mich mehr zum Lachen gebracht hätte. Dennoch ist “Big Bad Wolves” bei weitem keine Komödie, sondern beschäftigt sich mit einem sehr ernsten Thema. Das Grundkonzept: Ein Lehrer steht im Verdacht, mehrere junge Mädchen schwer misshandelt und danach ermordet zu haben. Doch die Polizei findet keine Beweise, und muss ihn freilassen. Daraufhin wird der Verdächtige vom Vater des letzten Opfers sowie einem suspendierten Polizisten verfolgt. Mittels Folter wollen sie die Wahrheit aus ihm herausquetschen. Und das ist alles, was ihr vorab über den Film wissen solltet und auch wissen müssen solltet. Wie gesagt, die Grundidee erinnert an “Prisoners”, und ich kann noch keinen Vergleich ziehen – aber “Big Bad Wolves” ist definitiv ein hoher Maßstab. Brutal, schwarzhumorig, ungemein spannend und packend, mit vielen originellen Szenen und denkwürdigen Momenten, einem faszinierenden politischen Subtext der sich auf Wunsch des Zuschauers hineininterpretieren lässt, und zudem (im Gegensatz zu vielen anderen Filmen des Festivals, die meines Erachtens zum Ende hin etwas nachgelassen haben) mit einem Hammer-Finale, das zumindest bei mir noch einige Zeit nachgehallt hat. Watch it at your earliest opportunity.
9/10

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