Ich /slash mich weg – Tag 9: The Hole 3D

Der einzige Vorteil meines Rückstands zum /slash Filmfestival: In der Zwischenzeit habe ich für den einen oder anderen Film schon mein Review für fictionBOX verfasst. So auch für “The Hole”. Der Klick bringt euch zum Review inkl. Filminfos, Kurzinhalt und Bildern, den Text selbst habe ich euch unten angefügt. -> Link zum Review auf fictionBOX

“The Hole” ist der bisher letzte Spielfilm des bekannten amerikanischen Regisseurs Joe Dante, der sich u.a. für “Piranha”, “Gremlins” (Teil 1 und 2), “Meine teuflischen Nachbarn” und “Small Soldiers” verantwortlich zeichnet. Zu Beginn des aktuellen 3D-Booms beschloss er, einen Jugend-Horrorfilm zu drehen der sich diese Technologie zu Nutze macht – nur um dann in den amerikanischen 3D-Kinos zugunsten von nachträglich in die dritte Dimension konvertierten Blockbustern den Kürzeren zu ziehen. Bis zum heutigen Tag ist der Film in den USA nicht erschienen und auch im Heimkinomarkt nicht erhältlich – lediglich auf vereinzelten Festivals war er zu sehen. Hierzulande konnte man sich wenigstens 2011 über einen DVD-, Blu Ray- und 3D Blu Ray-Release freuen; ins Kino hat es “The Hole” aber leider auch bei uns nicht geschafft. Dank dem /slash Filmfestival kam ich nun aber doch noch in den Genuss, den Film so zu sehen wie es von Joe Dante – der auch persönlich vor Ort war und nach dem Screening für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stand – beabsichtigt war: Nämlich auf der großen Leinwand und in 3D.

Es gibt ja viele, die dem 3D-Trend – der langsam aber sicher ohnehin schon wieder abzuflauen scheint – skeptisch gegenüberstehe. Ich schaue fast jeden Film bei dem sich mir die Gelegenheit bietet in dem Format, und habe ebenfalls schon zahlreiche Enttäuschungen erlebt – gerade auch bei den nachträglichen Konvertierungen. “The Hole” beweist aber wieder einmal, was mit dem Effekt mit einem kompetenten Regisseur, der die Möglichkeiten aber auch Beschränkungen dieser Technologie versteht, herauszuholen ist. Egal ob das tiefe Loch, die plastischen Monster-Kreaturen, vor allem aber dann das surreale Finale in einer Art Traumwelt – Joe Dante versteht es wirklich, die 3D-Technologie zu nutzen, um den visuellen Aspekt seines Films aufzuwerten. Aber auch davon abgesehen hat er sich einige interessante optische Spielereien einfallen lassen. So bewegt sich z.B. ein kleines Geister-Mädchen, dass die drei heimsucht, irgendwie ein bisschen ruckelnd – so als hätte er die entsprechenden Szenen mit weniger Bildern in der Sekunde gedreht, statt der üblichen 24. Ein ungewöhnlicher und auch irgendwie gruseliger Effekt, da dadurch auch visuell der Eindruck vermittelt wird, dass dieses Wesen irgendwie nicht in “unsere” Welt gehört. Optisch am beeindruckendsten ist dann aber das Finale. Ich muss gestehen: Als deutlich wurde, dass man am Ende des Films ins Loch hinabsteigen würde, war ich anfangs sehr skeptisch – da ich eigentlich den ganzen Film über genau das befürchtet hatte und dachte, es sei besser, wenn uns was auch immer sich im Loch befindet verborgen bleibt. Die entsprechenden Szenen waren dann visuell aber derart beeindruckend – nicht nur wegen dem 3D, sondern auch wegen ihrer surrealen Qualität – dass ich meine Meinung schnell revidieren musste. Zumal dieses Finale irgendwie typisch Dante ist, und er vor allem dort jene Skurrilität die viele seiner Filme auszeichnen so richtig ausleben kann.

Wichtig ist, mit den richtigen Erwartungen in den Film zu gehen: Trotz der FSK16-Freigabe – die ich offen gestanden für einen Witz halte – ist “The Hole” kein nervenzerfetzender oder gar ultra-brutaler Horror-Schocker. Wie die meisten von Joe Dantes Filme richtig er sich vielmehr eher an ältere Kinder und Jugendliche – nicht zuletzt sind ja auch diese es, welche in “The Hole” das Abenteuer erleben. Das soll jetzt nicht wiederum im Umkehrschluss heißen, dass man den Film nicht als Erwachsener genießen kann – aber er ist definitiv eher an eine etwas jüngere Zielgruppe ausgerichtet, die sich mit den Figuren und den hier behandelten Thematiken wohl am besten identifizieren wird können. Wer sich einen extrem verstörenden Horrorfilm mit nägelkauender Spannung von der ersten bis zur letzten Sekunde oder gar ein Blutbad erwartet, ist bei “The Hole” demnach falsch. Hier regiert eher der zarte, wohlige Grusel – was jedoch zumindest ich angesichts der unzähligen doch eher einfallslosen Horrorfilme mit unzähligen billigen Schockeffekten definitiv als Stärke empfinde.

Zumal “The Hole” noch über eine ganz wesentliche Stärke verfügt: Er will nicht einfach nur gut unterhalten und/oder den Zuschauer erschrecken. Vielmehr vermittelt der Film durchaus auch eine Message. Auch diese mag sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche richten, sollte aber auch an Erwachsenen nicht gänzlich verloren sein. Denn der Horror ist in “The Hole” nicht willkürlich sondern steuert auf eine clevere und gut durchdachte Auflösung hin, die jeder Zuschauer wohl früher oder später selbst schon erahnen wird. Auch hier hebt sich “The Hole” wohltuend vom Genre-Bodensatz ab. Die schauspielerischen Leistungen können ebenfalls gefallen. Chris Massoglia mag zwar ein bisschen blass bleiben, Haley Bennett und Nathan Gamble und Teri Polo machen dieses Manko aber wieder wett. In einer Nebenrolle ist zudem natürlich auch wieder Joe Dante’s “Glücksbringer” Bruce Dern mit von der Partie. Leider ist dieser auch zugleich mein erster wesentlicher Kritikpunkt. Seine Figur wirkt doch vergleichsweise unnötig – und leider auch dumm, da den drei Hauptprotagonisten danach etwas gelingt, das er offenbar nie geschafft hat. Auch bekommen sie von ihm eine Information, wo man sich schon fragen muss: Woher wollte er das wissen? Generell hat mich das mit dem zusammengesetzten Puzzlebild überhaupt nicht überzeugt; es wirkt sehr konstruiert und das einzige Plotelement, dass nicht wirklich Sinn ergeben will. Besonders tragisch ist es insofern, als es eigentlich völlig unnötig ist. Man hätte das rausstreichen können, und “The Hole” hätte nichts verloren. Das gleiche gilt eben leider auch für Creepy Carl, dem doch ein gewisser Rothemden-Charakter anhaftet. Von diesen Mankos abgesehen hat mir “The Hole” aber sehr gut gefallen.

Fazit: “The Hole” ist ein gelungener Gruselfilm, der sich zwar in erster Linie an ältere Kinder und Jugendliche richtet – weshalb ich das FSK16-Rating für absolut bescheuert halte – aber durchaus auch Erwachsenen gefallen sollte. Zumindest, sofern man sich vor Augen führt, dass bei “The Hole” eher der sanfte Grusel denn der nervenzerfetzende Horror vorherrschend ist, und sich auf einen stimmungsvollen, wenn auch insgesamt vergleichsweise harmlosen, Horrorfilm einlassen kann. Die beiden größten Stärken waren für mich die nicht unclevere Handlung (insbesondere die Auflösung, was es mit den “Monstern” auf sich hat) sowie Joe Dantes Regie. Vor allem zum Finale hin schmückt er “The Hole” mit einigen visuell bestechenden Bildern, die vor allem aufgrund ihrer Surrealität zu gefallen wissen. Zur Qualität des 3Ds im Heimkino kann ich zwar mangels Ausstattung keine Aussage treffen, aber im Kino konnte der Effekt wirklich gefallen – somit erweist sich Joe Dante als einer jener Regisseure, welche die Technologie sinnvoll zu nutzen wissen, und wo das 3D den Film auch wirklich aufwertet. Insgesamt ist “The Hole” zwar kein ganz großer Wurf, und dem einen oder anderen Genre-Fan vielleicht zu harmlos, dennoch bietet er solide Grusel-Unterhaltung, und empfiehlt sich insbesondere für ältere Kinder als optimale “Einstiegsdroge” ins Horror-Genre.
7/10

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