Vorschau: Viennale 2013

Nach dem Festival ist vor dem Festival.

Gerade habe ich es geschafft, meinen Rückstand zum /slash aufzuarbeiten, da steht auch schon der Eröffnungsfilm der heurigen Viennale an. So wie die letzten Jahre bin ich auch vorangegangenen Samstag früh aufgestanden und habe mich beim Museumsquartier in die Schlange vor der Vorverkaufsstelle eingereiht, und danach ein paar Stunden in der Kälte (witzig: solang es dunkel war, war es irgendwie wärmer als danach als die Sonne herauskam; jemand der meteorologisch bewanderter ist als meiner einer darf mir dieses Phänomen bitte bei Gelegenheit mal erklären) auszuharren. Letztendlich sollte es sich – nach einer kurzen A ufregung, da statt eine heuer zwei Personen die Wartenummern ausgegeben haben; eine links und eine rechts, was dazu führte, dass ich Nr. 16 und die junge Frau hinter mir Nr. 11 in die Hand gedrückt bekam) – aber auszahlen, habe ich doch für alle meine Wunschvorstellungen Karten bekommen.

Und so sieht mein heuriger Viennale-Fahrplan aus:

24.10.2013     23:00     Gartenbaukino     Inside Llewyn Davis
25.10.2013     20:30     Gartenbaukino     Nebraska
25.10.2013     23:00     Gartenbaukino     Xue Di Zi
26.10.2013     11:00     Gartenbaukino     Prince Avalanche
26.10.2013     13:00     Gartenbaukino     Gold
26.10.2013     21:00     Künstlerhaus        Upstream Color
27.10.2013     00:00     Gartenbaukino     Taiji Yingxiong Jueqi
27.10.2013     11:00     Gartenbaukino     Fading Gigolo
28.10.2013     15:30     Gartenbaukino     Tip Top
28.10.2013     18:30     Urania                  Bluebird
28.10.2013     21:00     Urania                  Soft in the Head
28.10.2013     23:00     Gartenbaukino     New World
29.10.2013     13:00     Gartenbaukino     The Dirties
29.10.2013     15:30     Gartenbaukino     Computer Chess
29.10.2013     18:00     Gartenbaukino     Jeune & Jolie
29.10.2013     20:30     Gartenbaukino     Joe
30.10.2013     21:00     Gartenbaukino     Night Moves
31.10.2013     18:00     Gartenbaukino     Oktober November
31.10.2013     21:00     Gartenbaukino     La Jalousie
31.10.2013     23:00     Gartenbaukino     My Nhan Ke
01.11.2013     18:00     Gartenbaukino     Le Passé
01.11.2013     20:30     Gartenbaukino     Michael Kohlhaas
01.11.2013     23:30     Gartenbaukino     Haunted 3D
03.11.2013     11:00     Gartenbaukino     Blue Jasmine
03.11.2013     13:00     Gartenbaukino     I used to be darker
03.11.2013     15:30     Gartenbaukino     Überraschungsfilm
03.11.2013     18:00     Gartenbaukino     Pardé
03.11.2013     20:30     Gartenbaukino     La Vie d’Adèle – Chapitres 1 et 2
06.11.2013     23:30     Gartenbaukino     Locke

Wie schon beim /slash Filmfestival plane ich, tags darauf gleich erste kurze Blog-Kritiken zu schreiben. Und wie schon beim /slash Filmfestival ist nicht ausgeschlossen, dass sich dies als zu hoch gestecktes Ziel erweisen wird. Da es jedoch etwas weniger Filme und diese noch dazu auf einen längeren Zeitraum verteilt sind, wäre es möglich, dass es diesmal auch wirklich klappt. Demnach sollte also morgen das Review zu “Inside Llewyn Davis” folgen. Und davor gehts für mich heute – praktisch als ideale Verknüpfung der beiden essentiellen wiener Film-Festivals – in die von /slash präsentierte Sky Night mit den ersten beiden Folgen der 4. Walking Dead-Staffel.

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Ich /slash mich weg – Tag 11: Raze

“Raze” war der heurige “Secret Society”-Film, also das Supporter-exklusive Screening. Da man dieses im Vergleich zum Vorjahr besser platziert hat, war es – da danach nur nochmal die Top drei wiederholt wurden – für die meisten von uns auch das Finale des Festivals; also quasi ein exklusiver Überraschungs-Abschlussfilm. Da keiner von uns eine Ahnung hatte, was gezeigt werden würde, gingen wir gänzlich ohne Erwartungen in den Film. Davon hat vor allem der Einstieg profitiert, wo man genauso ahnungs- und orientierungslos ist wie die plötzlich in einer kleinen Kammer aufwachende Protagonistin. Hat man hier noch den Eindruck, dass ganze würde sich in eine “Chained”-artige Richtung bewegen, hat das Endergebnis mehr mit “Mortal Kombat” gemein – werden doch Frauen dazu gezwungen, auf Leben und Tod gegeneinander zu kämpfen. Warum und wieso, soll der geneigte Filmkonsument selbst herausfinden. Tatsächlich fällt es mir generell schwer, etwas zum Film zu schreiben, ohne die eine oder andere Überraschung schon vorwegzunehmen. Belassen wir es daher dabei: Es wurden einige bekannte Gesichter gecastet, die allesamt gute Leistungen zeigen. Die Kampfszenen sind gut inszeniert und durchaus abwechslungsreich. Auch in ihrer Wirkung schwanken sie von mordsspannend über tragisch – wenn zwei Personen gegeneinander kämpfen müssen die wir beide mögen – bis hin zu cool und begeisternd. Kein überdrüber-Highlight, und ich bin mir nicht sicher ob ich das Konzept dieser Organisation wirklich glauben kann und will, aber ein netter gemeiner kleiner Actionthriller mit massig Frauenpower.
6/10

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Ich /slash mich weg – Tag 11: Real

“Real” ist visuell sehr beeindruckend. Zudem liegt ihm eine sehr interessante Prämisse zugrunde: Was, wenn wir in naher Zukunft eine Technologie entwickeln, mit der wir in das Bewusstsein von Personen eindringen können, die sich im Koma befinden? Mehr als eine Stunde lang hat mich “Real” wirklich sehr gut unterhalten und mit einigen guten und teils auch atmosphärisch dichten Szenen überzeugt. Und dann kommt ein Twist, und nicht nur stört mich diese grundsätzlich schon mal ungemein (natürlich könnte eine Frau niemals Anime-Zeichnerin sein!), danach wird für rund eine halbe Stunde der bisherige Film noch einmal – nur halt unter umgekehrten Vorzeichen – wiederholt. Das allein wäre noch kein Beinbruch und zu verschmerzen gewesen, aber nach etwas mehr als 1-1/2 Stunden gibt es dann mehrere Szenen, die sich für einen guten, runden Abschluss anbieten würden – doch stattdessen geht es immer wieder, setzt man immer noch einen drauf. Es soll ja Leute geben, die sich über angeblich zu viele Enden bei “Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs” beschweren. Ich weiß zwar nicht, wo sie diese sehen wollen, aber bitte schön. Zugleich sage ich: Wem auch immer schon dort zu viele Enden waren, der sollte um “Real” einen großen Bogen machen. Und so verlor ich in der letzten halben Stunde irgendwie zunehmend die Geduld. Von dort dann auftretenden unfreiwillig komischen Szenen wie dem windigen Krankenhaus ganz zu schweigen. Das einzige positive, dass ich zu den letzten 15-20 Minuten sagen kann: Der Plesiosaurier war echt phantastisch getrickst. Davon abgesehen wurde mir der Film aber leider ab ca. Minute 100 zunehmend zur Qual. Angesichts des vielversprechenden Einstiegs wirklich schade.
4/10

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Ich /slash mich weg – Tag 11: Penance

Penance wurde auf zwei Tage verteilt gezeigt; die Episoden 1 bis 3 wurden am Samstag (also eigentlich schon am 10. Tag) gezeigt, die abschließenden Episoden 4 und 5 folgten dann am Sonntag, dem letzten Tag des Festivals. Da es jedoch Sinn macht, die Mini-Serie im Gesamten zu besprechen und zu bewerten, habe ich mich dazu entschlossen, alles in meiner Besprechung zu Tag 11 zusammenzufassen. Die Serie handelt vom Mord an der jungen Emili – und wie diese Tat ihre vier Freundinnen sowie ihre Mutter auch 20 Jahre später immer noch verfolgt.

Einleitend sei gleich einmal festgehalten, dass mir die Miniserie grundsätzlich gut gefallen hat. Was mich aber ein bisschen gestört bzw. was ich anders besser gefunden hätte, ist wenn man auf den Prolog verzichtet und uns diesen immer zu Beginn jeder Episode aus der Sicht des jeweiligen Mädchens erzählt hätte. Davon abgesehen ist natürlich auch jede Episode ein bisschen anders bei mir angekommen. Episode 1 war diesbezüglich auch gleich mein Tiefpunkt. Zwar keinesfalls schlecht – aber mir persönlich zu schräg, und vermeintlich zu stark in der mir doch eher fremden japanischen Kultur verwurzelt. Jedenfalls fiel es mir doch eher schwer, alles rund um die menschliche Puppe zu akzeptieren, und mich so richtig auf die Handlung einzulassen. Gut fand ich aber die kalte Reaktion von Emilis Mutter auf das “Bußangebot”. In manch anderen Serien und Filmen hätte sie es angenommen und die Sache wäre damit erledigt gewesen. Das stach für mich als sehr positiv hervor. 6/10

Episode 2 handelt von einer Lehrerin, die einen Angreifer abwehrt – und dabei all die Aggression und die Wut ob des Mordes an Emili herauslässt. Für mich definitiv eines der Highlights aus dieser Miniserie, wurde mir diese Episode nur durch das irgendwie doch etwas seltsam und bequem verlaufende Ende ein wenig verdorben. 8/10

Episode 3 war dann eine weitere etwas schräge Geschichte, über eine Frau die sich im Gefängnis befindet und sich selbst als Bären sieht. In weiterer Folge erfahren wir, wie es zu ihrer Gefangennahme kam – auch diese steht natürlich im Zusammenhang mit dem Mord an Emili, wird sie dohc Zeuge eines ganz ähnlichen Verbrechens – und nimmt daraufhin bittere Rache. 7/10

Episode 4 war meine Lieblingsfolge aus der Miniserie. Die Hauptprotagonistin ist eine derart manipulative bitch, ich fand es einfach nur herrlich. Alle anderen katzbuckeln vor Emilis Mutter – doch nicht so sie. Und doch macht sie am Ende dann durch ein bestimmtes Ereignis eine Läuterung durch. Definitiv eine weitere phantastische Geschichte dieser Miniserie. 9/10

Episode 5 steht dann vor dem Problem, einen stimmig Abschluss zu finden und den Mord an Emili aufzuklären. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Der erste Besuch von Emilis Mutter bei der Schule und ihre darauffolgende Konfrontation mit dem vermeintlichen Mörder nach dessen Autounfall fand ich klasse. Auch eine Wendung kurz darauf hatte es in sich. Aber die Aufklärung, wie es denn eigentlich zum Mord kommen konnte, war verdammt weit hergeholt, und generell hat mir der eigentliche Showdown in einem verlassenen Haus irgendwie weniger überzeugt. Insgesamt zwar noch ganz nett, aber meine zugegebenermaßen zu diesem Zeitpunkt schon recht hohen Erwartungen konnte das Finale leider nicht erfüllen. 7/10

Insgesamt empfand ich “Penance” als sehr interessante und überwiegend gelungene Miniserie, die mich aber eher in ihren einzelnen Segmenten und teilweise auch nur bestimmten Szenen überzeugt hat, als in ihrer Gesamtheit. Und vor allem das Finale hat mich doch ein wenig enttäuscht.
7.5/10

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Ich /slash mich weg – Tag 10: Hatchet III

Review auf fictionBOX (inkl. Links zu meinen Reviews der ersten beiden Teile, die ich mir im Zuge des heurigen Halloween-Specials vorgeknöpft habe).

Wie schon der unmittelbare Vorgänger ist auch “Hatchet III” ein reines “more of the same”-Sequel, das sich damit begnügt, den ersten Film ein weiteres Mal aufzuwärmen, und es an neuen Ideen vermissen lässt. Nun muss man fairerweise anmerken, dass schon “Hatchet” nicht der originellste Film war und sich stark an den Fun-Splattern der 80er und 90er orientiert hat. Auch dort gab man sich ja schon damit zufrieden, einen soliden Genrevertreter abzuliefern, anstatt zu versuchen diesem neue, innovative Aspekte abzugewinnen. Man könnte somit sagen, dass sich die Fortsetzungen was ihre Ideenlosigkeit betrifft durchaus in der Tradition von Teil 1 bewegen. Diesem hat sie aber insofern nicht so sehr geschadet, als das die Fun-Splatter in den 0er Jahren doch ziemlich aus der Mode gekommen sind und es kaum Vertreter dieses Subgenres gab. So gesehen hatte “Hatchet” durchaus seine Daseinsberechtigung. Ob man diesem ohnehin schon nicht sonderlich originellen Film aber tatsächlich noch zwei ähnlich ideenlose Aufgüsse nachschieben musste, sei dahingestellt.

Schafft man es, über dieses Manko hinwegzusehen, und ist man generell ein Freund solch blutiger Unterhaltung, lässt sich aber auch mit “Hatchet III” wieder durchaus Spaß haben. Tatsächlich hat er mir sogar einen Hauch besser gefallen als der ultimative Vorgänger – was vor allem daran liegt, dass man uns diesmal eine ähnlich konstruierte Motivation dafür, warum sich Marybeth erneut in den Sumpf begibt, erspart. Tatsächlich macht sich Adam Green in seinem Drehbuch sogar selbst über diese Wendung aus dem Vorgänger lustig, und lässt die Reporterin sinngemäß sagen, dass Marybeths Geschichte, dass sie in den Sumpf zurückgekehrt ist um die Überreste ihres Vaters und ihres Bruders zu bergen so ziemlich das Dümmste ist, dass sie jemals gehört hat. Ich mag es, wenn Filmemacher selbstkritischen Humor in ihre Werke einfließen lassen. Generell durchzieht auch “Hatchet III” wieder eine feine Spur an Ironie, die deutlich macht, dass man den Film nicht völlig ernst nehmen soll. Besonders deutlich zeigte sich dies für mich in der neuerlichen Rückkehr von Parry Shen; anstatt aus den Zwillingen jetzt sogar noch Drillinge zu machen, wundert man sich einfach dass man im Sumpf eine Leiche findet die genauso aussieht wie er. Man versucht erst gar nicht mehr, dies zu erklären, sondern stellt es als gegeben, als reinen Zufall, hin. Dieses Gefühl des Augenzwinkerns umgibt den ganzen Film – wobei sich der Humor überwiegend auch wieder auf dieses Element beschränkt und sich schon wie bei “Hatchet II” die echten, reinen Gags und/oder auch der charakterbezogene Humor im Vergleich zum ersten Teil der Reihe vergleichsweise rar machen.

Was man der Reihe aber trotz aller Ideenlosigkeit zu Gute halten muss, ist wie es ihr gelingt ein Gefühl der Eskalation zu vermitteln. Im ersten Teil sah sich Victor Crowley einem bunt zusammengewürfelten Haufen an Touristen gegenüber. Im zweiten bekam er es immerhin schon mit Jägern und Söldnern zu tun. Diesmal rufen die Leichen generell zuerst die Polizei und dann sogar eine Sondereinheit des Militärs auf den Plan. Dadurch wird der Action-Anteil noch einmal ein wenig erhöht, und es gibt dem Ganzen – auch wenn es letztendlich natürlich erst recht wieder auf das Gleiche hinausläuft, nämlich dass wir dabei zusehen wie einer nach dem anderen ins Gras beißt – zumindest ein bisschen eine andere Dynamik. Darüber hinaus gelang es “Hatchet III” im Gegensatz zum unmittelbaren Vorgänger, die eine oder andere wirklich spannende Szene zu kreieren, wobei für mich vor allem alles auf dem Boot hervorstach. Und generell fand ich den Film doch ein bisschen unterhaltsamer als “Hatchet II” – mit dem ersten Teil kann er es diesbezüglich aber natürlich nicht aufnehmen.

Im Vergleich zum zweiten Teil, wo sie stark im Mittelpunkt stand, rückt Marybeth im dritten Teil wieder ein bisschen aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit heraus, was ebenfalls eher an den ersten Teil erinnert, wo sie ja lange Zeit nur wie eine Nebenfigur gewirkt hat, und wir die Handlung für lange Zeit in erster Linie aus der Sicht einer gänzlich anderen Figur verfolgt haben. Nichtsdestotrotz gehören ihr auch diesmal wieder einige der besten Szenen des Films. Schon allein wie sie in der Polizeistation steht, völlig blutüberströmt und mit Victor Crowleys abgehacktem Kopf in der Hand. Und auch der finale Showdown im Sumpf war wieder einmal phantastisch. Hierzu sei gleich festgehalten, dass “Hatchet III” zwar als das Finale der Trilogie angepriesen wird – und da eine Trilogie ja aus drei Filmen besteht, lügt man damit ja auch nicht mal. Zugleich hält man sich aber meines Erachtens auf recht eindeutige Art und Weise noch Spielraum für eine potentielle weitere Fortsetzung offen. Es ist also keinesfalls ein völlig eindeutiges, klar abgeschlossenes Ende. Tatsächlich fand ich die Art und Weise wie eine mögliche Erklärung dafür geschaffen wird, warum es Marybeth und Co. doch nicht gelingt Victor Crowley endgültig in die ewigen Jagdgründe zu schicken derart offensichtlich und aufdringlich, dass ich eigentlich schon erwartet hätte, man würde das Schlupfloch überhaupt gleich am Ende dieses Films aktivieren. Jedenfalls hängt die Frage, ob es eine weitere Fortsetzung geben wird oder nicht, letztendlich wohl vom Erfolg von Teil 3 ab, und ist wie gesagt keineswegs ausgeschlossen. Ob “Hatchet IV” denn überhaupt wünschenswert wäre, darüber kann man geteilter Ansicht sein. Zwar fand ich Teil 3 wieder eine Spur besser als den überwiegend misslungenen zweiten Teil. Dennoch denke ich, kann man ein Gericht nur so oft aufwärmen, bevor es schal schmeckt. Letztendlich würde ich es wohl vorziehen, wenn sie es jetzt gut sein lassen, da “Hatchet III” immerhin noch einen soliden Abschluss für die Reihe bieten würde.

Fazit: “Hatchet III” hat mir wieder eine Spur besser gefallen als der doch eher schwache zweite Teil, und mich insgesamt auch wieder besser unterhalten. In erster Linie liegt dies daran, dass man sich nicht wieder so eine haarsträubende Motivation ausgedacht hat, um Marybeth neuerlich in den Sumpf zu schicken. Auch den selbstkritischen Humor wusste ich sehr zu schätzen – wie überhaupt den Film wieder ein herrlicher augenzwinkernder Grundton umgibt der klar macht, dass man ihn nicht ganz ernst nehmen soll. Und die Polizei und das Militär auf Victor Crowley zu hetzen, war durchaus mal eine interessante, nette Idee, die für ein paar gute Szenen gesorgt hat. Ähnlich amüsant und unterhaltsam wie “Hatchet” ist jedoch auch der dritte Teil leider wieder nicht. Vor allem die Figuren fand ich neuerlich längst nicht so interessant und lustig wie beim ersten Film der Reihe. Und generell begnügt sich auch “Hatchet III” in erster Linie wieder damit, altbekanntes neu aufzuwärmen, und lässt es überwiegend an neuen Ideen vermissen. So hat man letztendlich doch das Gefühl, all das schon mehrmals gesehen zu haben. Bei “Hatchet III” mögen sie die Kurve gerade noch so gekratzt haben, aber ich hege große Zweifel, ob ihnen das auch ein viertes Mal noch gelingen würde – weshalb mich das recht offensichtliche Schlupfloch das man sich für eine weitere Rückkehr von Victor Crowley offen hält doch eher mit Sorge als mit Vorfreude erfüllt.
5/10

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Ich /slash mich weg – Tag 10: We Are What We Are

Auch zum Kannibalen-Kleinod “We Are What We Are” gibts schon eine vollständige Filmkritik -> Review auf fictionBOX

Gleich vorweg: Ich habe das mexikanische Original bislang nicht gesehen, was einerseits bedeutet, dass ich zwischen Vorlage und Remake keinen Vergleich ziehen kann, und auch, dass ich – von der kurzen Inhaltsangabe auf der Festival-Seite abgesehen – “We Are What We Are” gänzlich unvorbereitet gesehen habe. Auch was die verantwortlichen Personen hinter der Kamera betrifft bin ich eigentlich komplett unvorbelastet in den Film gegangen, da mir der Name Jim Mickle irgendwie nicht in Erinnerung geblieben ist – was insofern vermutlich ganz gut war, als ich dessen “Vampire Nation” vor zwei Jahren beim /slash Filmfestival gesehen und mit einem doch eher kritischen Review bedacht habe. Wäre mir diese Verbindung vor der Filmsichtung bewusst gewesen, wäre ich wohl doch eher mit Skepsis als mit Vorfreude in den Film gegangen. An meiner überwiegend positiven Meinung zu “We Are What We Are” hätte dies hingegen auch nichts geändert – denn dieser ist ganz anders als “Vampire Nation”, und sollte vor allem Freunde des eher ruhigen, subtilen Horror-Dramas ansprechen.

Es gibt im Horror-Genre natürlich viele Strömungen, und grundsätzlich kann ich so ziemlich allen von ihnen etwas abgewinnen. Ich muss aber gestehen: Für jene Filme, die sich nicht um irgendwelche Monster drehen, sondern sich vielmehr mit dem Monster in uns selbst beschäftigen, habe ich ein ganz besonderes Faible. “We Are What We Are” schlägt in eben diese Kerbe, und serviert sein kannibalistisches Mahl zudem auch noch mit einer religionskritischen Beilage. In “We Are What We Are” geht es um familiäre, religiöse und gesellschaftliche Zwänge, und den verzweifelten inneren Kampf, entweder zu versuchen diesen zu entfliehen, oder aber sich ihnen zu ergeben. Die Makroebene wird dabei in diesem Horror-Drama gelungen auf das Mikrouniversum einer Familie umgelegt. Was die Aussage, den Tiefgang und den Interpretationsspielraum betrifft, hat mir “We Are What We Are” wirklich verdammt gut gefallen. Generell halte ich die Familiendynamik innerhalb der Parkers für eine der größten Stärken des Films. Zusätzlichen Schrecken erhält dieser natürlich auch aufgrund der kannibalistischen Rituale, denen die Familie nachgeht. Hieraus ergeben sich zahlreiche Szenen, die zumindest mir unter die Haut gegangen sind – wobei “We Are What We Are” überwiegend ohne blutige Szenen auskommt und sich der Horror hier eher im Kopf des Zuschauers abspielt. Was meines Erachtens in diesem Fall auch die völlig richtige Entscheidung war, da allzu explizite Szenen von anderen Aspekten des Films wohl nur abgelenkt hätten. Denn statt des physischen Akts der Gewalt geht es bei “We Are What We Are” vielmehr um die Psychologie dahinter – und eben dort fand ich ihn hervorragend.

Eine weitere ganz wesentliche Stärke des Films sind die phantastischen schauspielerischen Leistungen. Dabei stachen für mich vor allem die beiden Töchter hervor. Sowohl Ambyr Childers als auch Julia Garner spielen großartig, und zeigen eindringliche Leistungen, die mich trotz ihrer teils schrecklicher Taten mit ihnen sympathisieren ließen. Absolut brillant und einfach nur perfekt. Angesichts des hier gezeigten Talents hoffe ich jedenfalls, dass diesen beiden mir bisher gänzlich unbekannten Schauspielerinnen eine strahlende Zukunft bevorsteht. Auch Bill Sage darf nicht vergessen werden. Zu solch abscheulichen Taten er seine Töchter auch drängen mag, schafft er es dennoch, die Liebe zu seiner Familie und teilweise auch seine Hilflosigkeit und Verlorenheit – scheint er doch ohne seine Frau völlig überfordert zu sein – durchscheinen zu lassen. In kleinen, aber wichtigen Nebenrollen sind außerdem u.a. noch Kelly McGillis und Michael Parks zu sehen, die ebenfalls zum Gelingen des Films beitragen.

Jim Mickles Regie ist sehr still und stilvoll. Er sucht nicht das Spektakel, sondern konzentriert sich in erster Linie auf seine begabten DarstellerInnen, und konzentriert sich auf den inneren statt dem äußeren Schrecken. Dieser breitet sich zudem gemächlich, aber stetig, im Verlauf des Films aus. Dadurch mögen zwar für lange Zeit die ganz großen Spannungsmomente fehlen, langweilig fand ich “We Are What We Are” jedoch nie. Dafür fand ich das Geschehen zu erschreckend und war ich emotional viel zu sehr ins Geschehen involviert. Denn genau dies gelang dem Film meines Erachtens phänomenal: Mich mitfiebern zu lassen. Und vor allem zum Ende hin gibt es dann einige wirklich spannende Momente, wobei für mich vor allem die Dinnerszene hervorstach. Ihre Wirkung verdankt diese Szene wohl nicht zuletzt auch der Tatsache, dass ich dem Film zu diesem Zeitpunkt jedweden möglichen Ausgang, egal wie tragisch, zugetraut habe. Leider aber gibt es auch noch einen ganz großen Knackpunkt, der “We Are What We Are” für mich doch ein wenig herunterzieht. Denn so großartig der Aufbau auch war, der Showdown ist sehr genre-typisch und strotzt nur so vor Klischees und strunzdummen Aktionen der Protagonisten. Nachdem man uns 90 Minuten lang wirklich exquisite und auch durchaus exotische Horror-Kost serviert hat, bekommen wir zuletzt somit ein schal schmeckendes und abgestandenes Dessert serviert, dessen fahlen Beigeschmack leider selbst die dann wieder gelungenen letzten paar Einstellungen nicht mehr ganz wegwaschen konnten. Jedenfalls finde ich es sehr schade, dass die Filmemacher offenbar den Drang verspürten, sich zum Ende hin den üblichen Konventionen des Horror-Genres zu beugen.

Fazit: “We Are What We Are” ist ein eher ruhiges, stilles, nachdenkliches Horrordrama – konnte mich aber wohl eben genau deshalb mehr erschrecken und verstören als so mancher spektakulärerer Horrorfilm. Hier spielt sich der Horror eher im Kopf ab, und steht in erster Linie die Dynamik innerhalb dieser Familie und ihre schrecklichen Taten im Mittelpunkt des Geschehens. Eben genau diesem Punkt verdankt der Film auch seine Spannung, die sich konstant steigert, um schließlich in der fantastischen Dinnerszene ihren Höhepunkt zu erreichen. Jim Mickles Regie ist sehr stilvoll, und schmückt diese Erzählung über grausame Taten mit teils wunderschönen Bildern. Die wahre Stärke liegt meines Erachtens aber einerseits im Drehbuch, das einen kritischen Blick auf familiäre, religiöse und gesellschaftliche Zwänge wirft, sowie den phantastischen schauspielerischen Leistungen, allen voran von den beiden Film-Schwestern Ambyr Childers und Julia Garner. Schade fand ich nur, dass der Showdown letztendlich in die typischen Horror-Klischees verfällt und für meinen Geschmack zu konventionell gehalten ist. Gerade angesichts der doch eher ungewöhnlichen 90 Minuten zuvor stach dies für mich hier besonders unangenehm hervor. Davon abgesehen empfand ich “We Are What We Are” aber als erschütterndes psychologisches Horror-Drama.
8/10

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Ich /slash mich weg – Tag 10: You’re Next

Ha, bei den nächsten drei Vorstellungen des /slash Filmfestivals kann ich es mir wieder leicht machen. Alle drei schon für fictionBOX besprochen. Zuerst wie gewohnt der Link zum etwas hübscher gestalteten Review, danach eine Wiedergabe des Review-Textes: Review auf fictionBOX

“You’re Next” ist einer jener Filme, die bereits in zwei Ausgaben meiner jährlichen KinoVorschau vorgekommen sind. Produziert wurde “You’re Next” nämlich bereits 2011, und konnte danach bei einigen Festivals positives Feedback bis hin zu überschwänglichen Kritiken auf sich verbuchen. Dementsprechend gespannt war ich auch schon auf diesen Film – und hatte dank des /slash Filmfestivals (wo ich offen gestanden eigentlich schon letztes Jahr auf ihn gehofft hatte) sogar die Gelegenheit, ihn noch ein paar Wochen vor dem offiziellen Kinostart zu sehen. In diesem Fall ist die späte Veröffentlichung hierzulande aber nicht einmal darauf zurückzuführen, dass sich kein deutscher Verleih gefunden hätte. Vielmehr startete “You’re Next” auch in den USA erst Ende August des heurigen Jahres gestartet. Der Grund für diese Verzögerung ist mir offen gestanden nicht ganz klar, denn auch wenn ich nicht ganz in ähnliche Begeisterungsstürme verfallen kann wie so manch andere Horror-Fans und mich doch das eine oder andere gestört hat, ist er nichtsdestotrotz ein gelungener “Home Invasion”-Film, der Genrefans sehr gut unterhalten sollte.

Jenes Element, das dabei am meisten hervorsticht, ist Breakout-Star Sharni Vinson als Survival-Expertin Erin, mit der die Angreifer nicht gerechnet haben, und die ihnen einen unerbittlichen Kampf auf Leben und Tod liefert. Ihr gehören die mit Abstand besten Szenen des Films, von denen nicht wenige vom /slash-Publikum heftig bejubelt wurden. Sharni Vinson zeigt hier eine phantastische Performance, und empfiehlt sich für weitere Aufgaben – und das nicht nur unbedingt im Horror-Genre (wenn ihr auch dort – entsprechende Rollen vorausgesetzt – eine strahlende Zukunft bevorstehen könnte). Was “You’re Next” in einigen Bereichen ebenfalls gut gelingt, ist mit den Erwartungen des Zuschauers zu spielen, bzw. auch eine gewisse Erwartungshaltung aufzubauen. Wenn z.B. in einer Szene eine Axt herumliegt, kann man sich fast sicher sein, dass diese im weiteren Verlauf des Films Verwendung findet – und wartet als Zuschauer schon richtiggehend darauf. Auf die Spitze getrieben wird dies schließlich mit einer ganz bestimmten Falle, die Erin baut. Das war wahrlich meisterlich. Die Inszenierung ist ebenfalls sehr kompetent, und fand in meinen Augen genau die richtige Mischung aus dichter Atmosphäre, Schockmomenten, und dem Einsatz von Gore-Effekten. Die schauspielerischen Leistungen können auch abseits von Sharni Vinson gefallen, wobei für mich abgesehen von ihr vor allem noch Wendy Glenn hervorstach. Und der Soundtrack ist ebenfalls sehr gelungen – wobei mir im Falle von “You’re Next” sogar ausnahmsweise mal der Einsatz eines Liedes (“Looking for the Magic” von Dwight Twilley, das ich ja sehr gerne auf legalem Wege beziehen würde, wenn man mir nur die Gelegenheit dazu geben würde) stärker und positiver aufgefallen ist, als die Filmmusik an sich.

Ein paar Aspekte verhinderten jedoch für mich den ganz großen Wurf. Hier ist in erster Linie die Motivation der Angreifer zu nennen, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll. Zwar stimmt es, dass wir ähnliches in den letzten Jahren – soweit mich meine Erinnerung nicht trügt – nicht gesehen haben, mir persönlich war es aber dann doch ein wenig zu banal, und auch ansatzweise unglaubwürdig. Ins gleiche Horn stößt eine bestimmte Wendung, auf die ich persönlich hätte verzichten können. Und nach den Offenbarungen zuvor war der Twist am Ende leider sehr vorhersehbar. Immerhin nutzte man ihn für eine letzte, großartige Konfrontation, wo man mich in einer bestimmten Hinsicht (ich muss hier leider sehr vage bleiben, um euch nichts zu verraten) nicht 100%ig sicher war, wie es wohl ausgehen würde. Diese ganz bestimmte Szene hat mir demnach wirklich gut gefallen, und zugegebenermaßen wäre sie ohne die anderen mich weniger überzeugende Aspekte zuvor nicht möglich gewesen. Insgesamt, über den kompletten Film betrachtet, hat dies “You’re Next” für mich aber dennoch eher runtergezogen als aufgewertet.

Fazit: “You’re Next” ist meines Erachtens leider nicht ganz das meisterhafte Horror-Kleinod, wie uns das manche Reviews vom Festivalzirkus in den letzten beiden Jahren weismachen wollten. So ist die Handlung nichts Besonderes, wimmelte es für meinen Geschmack etwas zu sehr an Figuren die teilweise schwer zum auseinanderhalten waren und nur dazu da waren um den Killern ausreichend Kanonenfutter zu liefern, und vor allem die Motivation der Angreifer war mich zu banal, und machten es mir offen gestanden auch etwas schwer, das ganze Geschehen zu schlucken. Zudem war mir nach dieser Offenbarung ein Twist zum Ende des Films viel zu klar. Trotz dieser Schwächen bietet “You’re Next” solide Unterhaltung, und sollte sich vor allem in einer Kinovorstellung mit echten, begeisterten Horror-Fans als “crowd pleaser” beweisen. Neben der kompetenten Regie und der guten Musikauswahl liegt dies wohl in erster Linie an Survival-Expertin Erin, welche die Familie dazu anleitet, zurückzuschlagen. Manche mögen in ihr nur eine Abwandlung des typischen “final girls” sehen, aber ich fand es sehr erfrischend, wie früh sie den Kampf gegen die Angreifer aufnimmt. Außerdem ist Sharni Vinson in der Rolle einfach nur phantastisch. Jedenfalls ist Erin – dank Drehbuch und Performance – das positivste, hervorstechendste und denkwürdigste Merkmal eines ansonsten nur leicht überdurchschnittlichen Films. Ihre Szenen allein sind es meines Erachtens schon wert, ihn sich bei Gelegenheit anzuschauen.
7/10

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Ich /slash mich weg – Tag 10: Wrong Cops

Ich hatte bis dato noch keinen Film von Quentin Dupieux gesehen (und bis dahin auch num Autoreifen-Monster-Film “Rubber” gehört) – und verspüre nach “Wrong Cops” jetzt auch keinen großen Drang, daran etwas zu ändern. Der Film war nicht schlecht und es gab schon ein paar Szenen, die nicht eines gewissen Humors entbehrten. So manches war mir dann aber doch etwas zu absurd. Hierzu sei aber auch gleich gesagt, dass ich nichts für so subjektiv halte wie den Humor. Gelegentlich fand zwar auch ich in “Wrong Cops” etwas amüsant, aber überwiegend hat Dupieux halt meinen ganz persönlichen Humor-Geschmack nicht getroffen. Was nicht heißt, dass das unbedingt auch für euch gelten muss. Was mir auch gefehlt hat, ist ein Sympathieträger, mit dem ich mitfiebern konnte. Nichtsdestotrotz gab es ein paar gute Szenen, und sogar ein Moment, der mir ein bisschen unter die Haut gegangen ist. Nochmal werde ich mich mit diesen “Wrong Cops” aber nicht auf Streife begeben.
5/10

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Ich /slash mich weg – Tag 10: Meine teuflischen Nachbarn (The ‘Burbs)

Es war schon lange her, dass ich “Meine teuflischen Nachbarn” zuletzt gesehen hatte. Letztendlich fand ich ihn bei der erneuten Sichtung genau so, wie ich ihn in Erinnerung hatte: Ich mag die schauspielerischen Leistungen, den Aufbau der Handlung, wie alles noch recht harmlos beginnt und dann laufend absurder und immer schlimmer wird, bis das Haus der Klopeks explodiert. Einfach nur herrlich. Zudem gibt es zahlreiche wirklich witzige Szenen, z.B. wenn sich Ray daran macht, an der Türglocke zu läuten. Das absolute Highlight ist aber natürlich die herrlich unbehagliche Szene bei den Klopeks selbst. “Sardine?” Köstlich! Leider aber gibt es einen Punkt, der mir am Film so überhaupt rein gar nicht gefällt, und das ist das Ende. (Wir reden über einen Film der über 20 Jahre alt ist, da erscheint es fast zu viel der Mühe zu sein, der Form halber sei aber dennoch erwähnt dass AB HIER SPOILER FOLGEN.) Es wäre mir soooo viel lieber gewesen, die Klopeks wären wirklich unschuldig gewesen, ich kann es euch gar nicht sagen. Ray und seine Nachbarn, die sich in ihrer Paranoia hier in eine abstruse Theorie hineinsteigern… das wäre echt klasse gewesen, und eine Aussage, mit der ich mich identifizieren und die 100%ig unterschreiben hätte können. Stattdessen wird ihre Paranoia und ihre Angst vor allem Fremden am Ende bestätigt. Mann… ich kann euch gar nicht sagen wie ich diese Offenbarung und die damit einergehende 180°-Kehrtwendung was die Aussage des Films betrifft hasse. Auf einmal erscheint alles was Ray und seine Nachbarn gemacht haben, gerechtfertigt. Die Anderen, die Unbekannten, die Seltsamen… das sind wirklich alles Verbrecher! Nehmt euch in acht! Sorry, ich mag den Rest des Films wirklich, aber bei DER Message möchte ich am liebsten Kotzen. Dank der gelungenen Minuten zuvor die selbst dieses Ende nicht gänzlich vergessen machen kann, aber immer noch ->
7/10

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Ich /slash mich weg – Tag 10: Explorers – Ein phantastisches Abenteuer

Im Zuge des Besuchs von Joe Dante beim /slash Filmfestival wurden neben seinem jüngsten, in Österreich nie im Kino gezeigten Film “The Hole” auch zwei ältere Werke von ihm auf der großen Leinwand gezeigt. Ich erinnere mich, “Explorers” mal als Kind irgendwo im Fernsehen aufgeschnappt zu haben – aber im Vergleich zu anderen Jugendfilmen der Zeit ist er mir vergleichsweise wenig in Erinnerung geblieben. Wirklich bleibenden Eindruck hat er demnach nicht hinterlassen – und ich fürchte, das wird sich auch nach der Sichtung im Kino nicht ändern. Eigentlich sollte man meinen, dass mich “Explorers” als jemand der sich für den Weltraum interessiert und ein Faible für die Science Fiction-Unterhaltung hat, genau anspricht. Aus welchem Grund auch immer lässt mich aber leider irgendwie eher kalt. Mir gefällt die Freundschaft zwischen den drei Jungs, und die Idee, dass sie auf ein Abenteuer ins All aufbrechen. Und auch die Auflösung was es mit den Aliens auf die sie treffen auf sich hat, wusste zu gefallen. Dennoch, so richtig in die drei hineinversetzen konnte ich mich nicht – ich konnte mich in keinem von ihnen so richtig finden. Außerdem hätte ich es vorgezogen, wenn die drei irgendwie auf eine gewisse Art und Weise an diesem Abenteuer gewachsen wären. Zumindest ich hatte jetzt aber nicht den Eindruck, dass sie dieses sonderlich verändert hätte. Ich weiß schon, dass viele solchen thematischen Verknüpfungen – beispielhaft sei “Super 8” erwähnt, wo die übernatürlichen Phänomene Joe dabei helfen, über den Verlust seiner Mutter hinwegzukommen – eher skeptisch gegenüberstehen. Und natürlich kann so etwas auch gehörig schief gehen, wenn es zu erzwungen, kitschig und/oder moralisierend wirkt. Hier haben mir aber irgendwie die Auswirkungen dieses Erlebnisses gefehlt. Denn wenn es keine gibt – was ist dann der Sinn davon? Aber möglicherweise habe ich auch einfach irgendetwas übersehen?!?!

Joe Dante meinte im nachfolgenden Publikumsgespräch, dass der Film eigentlich unfertig veröffentlicht wurde. Man hatte nicht mehr genug Zeig, um einen Feinschliff am Schnitt und den Effekten vorzunehmen. Groß aufgefallen wäre mir davon bei der Sichtung des Films eigentlich nichts, dennoch kann ich mir vorstellen, dass ein wenig mehr Zeit in der Nachbearbeitung den Film noch etwas besser hätte machen können. Schlecht ist er in seiner jetzigen Form aber auch nicht. Er bietet nette, harmlose Unterhaltung – die sich aber doch eher an Kinder und Jugendliche als Zielgruppe richtet.
6/10

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