Viennale 2013 – Tag 8: Lady Assassin (My Nhan Ke)

Mein erster Gedanke nach dem Screening war: Den Film hätt’ ich gern mit der /slash-crowd gesehen! Abgefahrene, toll choreographierte Kampfszenen, übertriebener Kitsch, einige trashige Szenen, Musical-Einlagen… meines Erachtens war er jedenfalls genau die richtige Art von crazy, um vom /slash-Publikum begeistert aufgenommen zu werden. Die Viennale-Besucher zeigten sich zwar auch durchaus angetan, aber ich bin mir sicher, beim /slash wäre die Stimmung noch um einiges besser gewesen. Sei’s wie es sei: Mir hat “Lady Assassin” – trotz eines nicht immer perfekten 3d (woran aber natürlich auch die Brille Schuld gewesen sein könnte; es war auch stark schwankend, mal war alles ok und dann gabs wieder gemeine Doppelbilder etc.) – gut gefallen. Neben den toll inszenierten Kampfszenen stachen dabei für mich vor allem die wunderschönen Landschaftsaufnahmen als eine der größten Stärken des Films hervor. Die Handlung war ok und hat mich vor allem zum Ende hin mit dem einen oder anderen Heldentod überrascht. Zwar ging die Rechnung nicht immer auf und sollte man schon eine gewisse Trash- und Kitsch-Toleranz mitbringen – aber davon abgesehen fand ich “Lady Assassin” sehr unterhaltsam. 7/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment

Viennale 2013 – Tag 8: La Jalousie

“La Jalousie” ist ein netter Film, gut geschauspielert, nett inszeniert (ich mag schwarz-weiß-Filme)… wirkte auf mit letztendlich aber etwas sinnlos. Zumindest mir war am Ende irgendwie nicht klar, was das ganze jetzt sollte, wozu das gut war, was der Regisseur beabsichtigte bzw. uns damit sagen wollte. Ich erwarte ja nicht von unbedingt gleich die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganze Rest, aber bei so einem Beziehungsdrama erwarte ich mir doch etwas mehr, als mir “La Jalousie” geboten hat. Nämlich entweder offenbarende Szenen welche typische Elemente oder auch Probleme einer Beziehung auf de Punkt bringen – so diese Wahrheiten in denen man sich auch selbst erkennt, wie sie z.B. “Blue Valentine” oder “Take this Waltz” geboten haben, oder aber ich will etwas fühlen und emotional so richtig involviert sein. Im Idealfall natürlich überhaupt beides – “La Jalousie” hat mir aber leider weder das eine noch das andere geboten. Immerhin, er war nicht langweilig, und vor allem das kleine Mädchen fand ich phantastisch. Eine wirklich süße, charmante – da könnte man ja gleich selber Gusto auf ein Kind bekommen ;-). Aber davon abgesehen war der Film dich eher “meh”. 5/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment

Viennale 2013 – Tag 8: Oktober November

Götz Spielmans letzter Film, Revanche (der mittlerweile auch schon wieder 5 Jahre her ist) hatte mich ja wirklich begeistert. Ganz so großartig fand ich “Oktober November” leider nicht. Um die Kritikpunkte gleich aus der Welt zu schaffen: Vor allem mit den spirituelleren Szenen (“out of body-experience”, der “Traum” mit dem Fisch an Land) tat ich mir schwer. Das ist einfach etwas, mit dem ich wenig bis gar nichts anfangen kann. Zudem finde ich, hätte man hie und da vielleicht auch ein bisschen etwas wegkürzen können. Gerade auch der Sinn der Szenen rund um den Ex-Freund von Nora von Waldstättens Figur (die Rollennamen sind auf der IMDB leider noch nicht erfasst) erschloss sich mir nicht wirklich. Die Szene mit dessen Frau gleich zu Beginn hätte eigentlich gereicht, alles danach trug für mich eigentlich nichts zum Film bei. Davon abgesehen hat mir aber auch “Oktober November” gut gefallen. Was dem Film meines Erachtens ganz besonders gut gelingt, ist die Dynamik zwischen den beiden Schwestern. Ich selbst bin zwar ein Einzelkind, hatte aber schon genug mit Geschwistern zu tun um sich sagen zu trauen, dass er die ganz besondere Beziehung zwischen zwei Geschwistern sehr gut einfängt. Natürlich schätzt man sich, immerhin ist man ja gemeinsam aufgewachsen. Aber wie durch Spitzen gegenseitige Ressentiments immer wieder durchscheinen, um sich schließlich dann auch in einem großen Streit zu entladen, fand ich phantastisch gemacht. Auch der Tod spielt hier eine große Rolle, und auch wenn ich die Behandlung dieser schwierigen Thematik in “Liebe” noch gelungener und berührender fand, gab es auch in “Oktober November” einige Szenen, die mir unter die Haut gegangen sind. Die schauspielerischen Leistungen fand ich großartig, allen voran von den beiden Hauptdarstellerinnen Ursula Strauß und Nora von Waldstätten. Und wie schon bei “Revanche” gelingt es Götz Spielmann auch hier wieder sehr gut, die natürliche Schönheit Österreichs, die sich auch abseits von große Tourismuszielen quasi an jeder Ecke finden lässt, einzufangen. Und auch den Einblick in Filmproduktionen – wenn man da auch heutzutage dank Making Ofs eh schon recht gut informiert ist – fand ich nett. Letztendlich hat mir aber irgendwie etwas gefehlt, um mich so richtig umzuhauen. Und die besagten Kritikpunkte – allen voran das Spirituelle – sorgten dann dafür, dass ich “Oktober November” insgesamt eben doch “nur” als gut einstufen kann. 7/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment

Viennale 2013 – Tag 7: Night Moves

Rund 90 Minuten lang war “Night Moves” auf dem besten Weg, als guter – wenn auch nicht überragender – Film in meine persönliche Viennale-Historie 2013 einzugehen. Die schauspielerischen Leistungen sind wirklich gut (Jesse Eisenberg erinnerte mich zwar vor allem zu Beginn zu sehr an seine Darbietung als Mark Zuckerberg, nimmt diese jedoch nur als Ausgangspunkt um danach eine andere Richtung einzuschlagen; und Dakota Fanning beweist neuerlich, dass der Übergang vom Kinderstar zur erwachsenen Darstellerin – trotz aller Gegenbeweise – klappen kann), die Naturaufnahmen können gefallen, und vor allem bei der Sprengung des Damms ist Hochspannung garantiert. Wobei es davor auch schon einige starke Szenen gibt. Zugleich nimmt sich “Night Moves” aber doch ein bisschen zu viel Zeit für den Aufbau, ohne uns die Figuren dabei so richtig vorzustellen. Hier hätte sich die Schere ansetzen lassen, ohne etwas zu verlieren – im Gegenteil denke ich, dass ein etwas flotteres Tempo der Dramaturgie gut getan hätte. Das Herzstück des Films sind dann die rund 15 Minuten nach ihrer Rückkehr in ihr normales Leben – wo sie von den tragischen Folgen ihres Handelns erfahren. Die darauf folgende Szene zwischen Eisenberg und Fanning ist für mich neben dem Anschlag selbst die beste des Films.

Und dann geht “Night Moves” bedauerlicherweise den Bach runter. Eine Figur lässt sich zu einer Tat hinreißen, die mir völlig aus dem nichts zu kommen und im völligen Widerspruch zur Charakterisierung der Figur bis zu diesem Zeitpunkt zu stehen schien. Es wirkte auf mich völlig unglaubwürdig und wurde IMHO vom Film nicht einmal ansatzweise ausreichend vorbereitet. Echt, vergleicht das mal mit “Breaking Bad”. Die Entwicklung dort ist auch irre, aber irgendwie fühlt sich jeder Schritt nachvollziehbar an – ja schon fast wie die logische, unvermeidliche Konsequenz dessen, was zuvor passiert ist. Nicht so hier. An dieser Stelle hat mich “Night Moves” somit leider völlig verloren. Zum Glück gings danach nicht mehr allzu lange weiter – an meiner Enttäuschung ob dieser für mich völlig konstruiert wirkenden Wendung konnte dies aber leider auch nichts mehr ändern. 4/10

Posted in Kino 2013, Viennale | 1 Comment

Viennale 2013 – Tag 6: Joe

“Joe” ist der zweite Film von David Gordon Green, der es ins Programm der heurigen Viennale geschafft hat. War “Prince Avalanche” bereits weit weg von jene Anarcho-Komödien, von denen ich ihn bislang kannte, trifft das auf “Joe” noch ungleich mehr zu. Es ist ein Drama über Alkoholismus und Gewalt. Mit am Besten hat mir dabei gefallen, wie ähnlich sich Joe und Gary’s Vater Wade auf dem ersten Blick sind. Doch jenes Verhalten, dass beim ersten verständlich und teilweise sogar heroisch wirkt, wirkt bei Wade abstoßend. Damit macht “Joe” deutlich, dass es eben nicht nur auf die Taten an sich ankommt, sondern in erster Linie ihre Intention zählt. Und doch sind die beide irgendwie zwei Seiten einer Medaille, bzw. hat man den Eindruck, dass sich joe auf einer Abwärtsspirale der Selbstzerstörung befindet, die ihn eines Tages an jenen Punkt bringen könnte, an dem sich Wade befindet. In gewisser Weise zwischen ihnen gefangen ist Gary, der in Joe einen Ersatzvater findet, der jedoch auch nicht gerade das beste Vorbild für ihn ist. Dabei ist quasi von Anfang an klar, dass sich die Figuren auf Kollisionskurs zu einem tragischen Ausgang befinden, der praktisch von Anfang an unvermeidbar wirkt. Regie und schauspielerische Leistungen sind sehr gut, aber so richtig begeistert hat mich “Joe” leider nicht. Ähnlich wie bei “Soft in the Head” tauchen wir hier in eine Welt bzw. ein Milieu ein, mit dem ich mich – zum Glück! – nicht identifizieren kann. Was zwar zweifellos ebenfalls irgendwie seinen Reiz hat, aber so richtig verbunden fühlte ich mich den Figuren eben nicht. Von diesem Manko abgesehen aber ein gelungenes Drama mit einigen Szenen, die in Erinnerung bleiben. 6/10

Posted in Kino 2013, Viennale | 1 Comment

Viennale 2013 – Tag 6: Jeune & Jolie

Bozon hat mich ja enttäuscht, aber auf Ozon ist Verlass. Nach “In ihrem Haus” hat mir auch “Jeune & Jolie” wieder sehr gut gefallen. Zwar nicht ganz so witzig und vor allem tiefgründig wie sein letzter Film. Bietet er nichtsdestotrotz wunderbare Unterhaltung mit einige starken Szenen, vielen amüsanten Momenten und auch ein paar nachdenklichen Tönen. Getragen von einer wunderbaren, ungemein charmanten und teils verführerischen Leistung der jungen Hauptdarstellerin Marine Vacth, ist “Jeune & Jolie” eine Dramödie in vier Akten, in der wir Isabelle dabei begleiten, wie sie nach einem unmoralischen Angebot zunehmend Gefallen an der Arbeit als Prostituierte findet. Der Film spart dabei die tiefsten Abgründe der Profession aus und lässt ihre Arbeit schon fast ein wenig romantisch wirken. Jedenfalls ist es für den Zuschauer durchaus nachvollziehbar, warum sie sich zu diesem Leben – obwohl sie keine Geldnot plagt – hingezogen fühlt. Über den weitere Verlauf der Handlung will ich gar nicht mehr viel verraten; jedenfalls schafft es Ozon, uns die Hauptfigur sympathisch zu machen. Ein wundervoller und erstaunlich leichtfüßiger Film, dem jedoch im Vergleich zu “In ihrem Haus” ein bisschen der Tiefgang fehlt. Und das Ende kam für meinen Geschmack zu plötzlich und unerwartet. Davon abgesehen ist “Jeune & Jolie” aber ein gelungener, sehr sympathischer Film. 7/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment

Viennale 2013 – Tag 6: Computer Chess

Ich bin mir sicher, in “Computer Chess” steckt irgendein tieferer Sinn – der sich mir nur einfach nicht erschlossen hat. Wie schon beim Film davor, “The Dirties”, war mir der Grund unklar, warum dieser künstlerische Zugang gewählt wurde. Einerseits schwarz weiß- Aufnahmen, andererseits ein pseudo-doku-Stil. Was genau hat man damit bezweckt? Der Doku-Aspekt funktionierte für mich in weiterer Folge nicht mehr, da wir Szenen sehen in denen ganz offensichtlich keine Kamera vor Ort war. Und warum schwarz-weiß? Da die Geschichte in der Vergangenheit spielt und dies visuell vermittelt werden soll? Ich fand es jedenfalls sehr verkrampft – wie auch eine späteren, ganz kurzen Wechsel auf Farbe, aber so, wie Heimvideo-Filmmaterial von damals aussehen würde. Insgesamt wirkte das auf mich unnötig künstlich. Wie gesagt war mir leider auch nicht klar, was uns der Regisseur mit diesem Film sagen wollte. Nach interessantem, vielversprechende Beginn wurde das Geschehen immer absurder und gab es ein paar wirklich schräge Szenen. Mit der zeit war ich das Geschehen – und den Film insgesamt – einfach nur mehr leid, und wäre einmal sogar fast eingeschlafen. Ab spätestens der Hälfte fand ich den Film einfach nur mehr öde, und war ihm zunehmend überdrüssig. Die letzten 30 Minuten haben sich dann überhaupt gezogen. Ich fand ihn jedenfalls sterbenslangweilig und kann ihn, trotz eines interessanten Konzepts, nicht weiterempfehlen. 2/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment

Viennale 2013 – Tag 6: The Dirties

“The Dirties” hat mich leider völlig am falschen Fuß erwischt. Er beginnt mit einer Einblendung, dass das Filmmaterial nicht mehr editiert wurde – und gaukelt damit einerseits eine Authentizität vor, die er offensichtlich nicht besitzt. Und außerdem WURDE das Filmmaterial ja ganz offensichtlich editiert und bearbeitet. Das klassische “found footage”-Problem also: Wenn du dich für diese Route entscheidest, musst du auch die damit einhergehenden Regeln einhalten. Erst am Ende wird klar, dass das Filmmaterial ja sehr wohl noch veröndert wurde – nur halt vom Hauptprotagonisten selbst. Was diesen Kritikpunkt ansatzweise wieder relativiert. Dennoch ergeben sich daraus noch ein paar Probleme. Teilweise erscheint es unplausibel, dass man dies oder jenes Filmen würde (wie z.b. die Szenen in den Schulklassen). Es gibt Szenen, die aus zwei Perspektiven gedreht werden wo man in der Gegeneinstellung aber eigentlich die jeweils andere Kamera sehen müsste. Und dann ist da noch die letzte Szene, auf die ich mich einfach nicht einlassen konnte, da es mir völlig unglaubwürdig erscheint, dass jemand das mit seiner Kamera mitdrehen würde. Und so konnte ich mich auf “The Dirties” leider nicht wirklich einlassen und hätte eine traditionellere Inszenierung vorgezogen. Zudem fehlte es mir an einer Identifikationsfigur. Vor allem mit dem Hauptprotagonisten konnte ich leider kaum etwas anfangen. Es gab zwar da und dort ein paar gute Szenen zwischendurch, aber insgesamt führte die Inszenierungsweise die Authentizität vermitteln soll bei mir dafür, dass mir die Künstlichkeit bestimmter Szenen oder Elementen noch stärke ins Auge stach. Eine traditionellere Inszenierung hätte ich jedenfalls deutlich vorgezogen – dann hätte bei mir wohl auch die Handlung stärker gewirkt. Trotzdem ist “The Dirties” ein interessantes filmisches Experiment – ich wünschte nur, es wäre ihm gelungen, mich auch stärker anzusprechen. 4/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment

Viennale 2013 – Tag 5: New World

Schaffen wir die beiden offensichtlichsten Kritikpunkte gleich mal aus der Welt: Die Musik ist etwas repetitiv, und was die Handlung betrifft folgt “New World” doch recht wohlbekannten, ausgetretenen Pfaden, was den Film teilweise etwas vorhersehbar macht. Von diesen beiden Punkten abgesehen fand ich “New World” aber phantastisch. Seine größte Stärke ist dabei für mich die Inszenierung. Der Film sieht einfach nur wunderschön aus. Ich kenne den Erstling von Hoon-jung Park (der Cineasten hierzulande in erster Linie als Drehbuchautor von “I saw the Devil” bekannt sein könnte) bisher noch nicht, aber wenn der ähnlich gut inszeniert ist, sollte ich dort vielleicht auch mal rein schauen. Satte Farbgebung, ruhige Kamerafahrten, tolle Einstellungen – zumindest mir machte es allein schon Spaß, in den Bildern zu schwelgen. Doch “New World” ist nicht einfach nur schön anzusehen, sondern verfügt auch über eine angenehme düstere Grundstimmung, die sich schließlich in vereinzelten Szenen verdichtet und danach meist in Gewaltakten entlädt. Die beiden hervorstechendstene Szenen waren für mich die (zweite) Konfrontation am Pier (ungemein packend, und mit wahnsinns Ausgang) sowie der Kampf in einen Aufzug (sicherlich die beste, beeindruckendste Actionszene des Films). Darüber hinaus nimmt sich “New World” ausreichend Zeit, um die Hauptfiguren vorzustellen und uns vor allem auch Undercover-Cop Jang-Soo Ki – der zum Spielball eines irren Plans der Polizei das organisierte Verbrechen unter Kontrolle zu bekommen wird – sympathisch zu machen. Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt gut – der wahre Star dieses Gangster-Thrillers ist und bleibt aber die stilvolle Inszenierung. 8-9/10

Posted in Kino 2013, Viennale | 1 Comment

Viennale 2013 – Tag 5: Soft in the Head

“Soft in the Head” ist insofern ein etwas frustrierender Film, als er so manche Figur beinhaltet, die ich einfach nicht kapiere, bzw. für die ich kein Verständnis habe. Wie Natalia, die scheinbar tatsächlich darüber nachdenkt, zu ihrem abusive boyfriend zurückzugehen. Oder das jüdische Elternpaar, die von ihren Kinder religiöse Inzucht (also das Heiraten innerhalb der gleichen Glaubensrichtung) fordern (und nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Das ist natürlich kein reines jüdisches Phänomen sondern kommt vielmehr quer über alle Glaubensrichtungen statt – und ich finde es egal wo es auftritt abstoßend). Oder auch der Sohnemann, dem diese Regel zwar ein Dorn im Auge ist und der dagegen rebelliert, sich letztendlich jedoch auch nicht groß gegen sie zu wehren scheint. Selbst die vermeintlich beste, gutmütigste Figur des Films habe ich nur bedingt verstanden. Es ist löblich, dass er diese Obdachlosen helfen will – doch dass er die Dynamik innerhalb der Gruppe, die zunehmend aggressiv wird, nicht rechtzeitig erkennt, wirkt auch sehr naiv (wobei dies zugegebenermaßen eine Charaktereigenschaft ist, die man ihm wohl generell zuschreiben kann – so gesehen bleibt er sich wenigstens treu). Jedenfalls habe ich zu diesen Figuren – und damit auch zur Geschichte an sich – keinen Zugang gefunden, und das Geschehen demnach eher unbeteiligt verfolgt. Insgesamt zwar eine nicht uninteressante Milieu- und Charakterstudie und mit einigen starken und teilweise auch witzigen Momenten – aber nichts, dass mich zu großen Begeisterungsstürmen hingerissen hätte.
5/10

Posted in Kino 2013, Viennale | Leave a comment