Ich /slash mich weg – Tag 1: Blutgletscher

Nach der “In 3 Tagen bist du tot”-Duologie gibt der österreichische Horrorfilm mit “Blutgletscher” wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Nach Teenie-Slasher und Backwood-Slasher bekommt der Horror-Fan hier nun das erste österreichische “Creature Feature” spendiert. Am Erfreulichsten ist dabei, dass “Blutgletscher” sich vor amerikanischen Genre-Produktionen nicht verstecken braucht, sondern deren Niveau erreicht, und teilweise sogar übertrifft. Als eine der größten Stärken erweist sich dabei die Landschaft. Die Südtiroler Alpen bzw. generell Berglandschaften sind halt was das Horror-Genre betrifft doch noch vergleichsweise unerschlossen, weshalb ich es als angenehme Abwechslung empfand. Zumal einige der Aufnahmen – allen voran der titelspendende “Blutgletscher”, durchaus imposant geraten sind. Als weitere Stärke erweisen sich einige der Figuren, allen voran Yannik, sowie die Ministerin, die sich im Verlauf des Films zu einem absoluten Publikumsliebling mausert. Die Kreaturen an sich werden zwar immer nur sekundenweise gezeigt – wohl da sie einer genaueren/längeren Betrachtung nur bedingt standgehalten hätten – sind aber von Konzept und (in dieser sekundenweise) Umsetzung her sehr gelungen.

Weniger gut gefallen hat mir, dass sich Marvin Kren in erster Linie auf doch eher billige Schockeffekte verlegt, um Spannung zu erzeugen. Diese sind noch dazu kaum kunstfertig eingebaut, sondern verlangen ihre Wirkung in erster Linie einem sehr aggressiv abgemischten Soundmix, der mir generell etwas zu unausgewogen und “laut” war. Hier besteht für Krens nächsten Filmen meines Erachtens noch Potential nach oben. Die Abtreibungs-Kritik hätte ich auch nicht gebraucht, wobei mir vor allem der Satz “Das war der schlimmste Fehler meines Lebens” enorm sauer aufstieß. Am schwersten wiegt aber zweifellos das Ende. What the fuck – but not in a good way. Es war einfach nur schräg und absurd und seltsam, und wollte für mich überhaupt nicht zum doch eher ernsten Rest des Films passen. Enorm schade finde ich auch, dass dieses Ende irgendwie den Rest des Films überschattet und viele Zuschauer, denen der Film bis dahin gut gefallen hat, in letzter Sekunde noch verlieren wird. Nach der Premiere sprach nämlich leider kaum niemand mehr über die guten Szenen zuvor, die Landschaftsaufnahmen, das Konzept der Wesen, oder auch die Ministerin (gespielt von Krens Mutter) – sondern nur mehr darüber, wie dämlich das Ende doch war. Schade
7/10

This entry was posted in /slash, Kino 2013. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s