Viennale 2013 – Tag 2: The Guillotines (Xue di zi)

“The Guillotines” ist der neueste Film von Andrew “Andy” Lau, der u.a. für die “Infernal Affairs”-Reihe verantwortlich ist. “Xui di zi” fand ich allerdings leider doch etwas durchwachsen. Grundsätzlich sieht der Film phantastisch aus und bis auf wenige Ausnahmen (die jedoch auch auf meine Brille zurückzuführen sein könnten) war das 3D sehr gut eingesetzt. Allerdings… angesichts angeblicher zu Beginn geschilderter historischer Fakten, die für mich in starkem Widerspruch zu so phantastischen Elementen wie den titelspendenden Waffen – so eine Art Metall-Frisbees die mittels eines Krummschwerts auf die Opfer geworfen werden und sich dort dann um den Hals legen – standen, weshalb ich doch etwas gebraucht habe um in den Film hineinzufinden. Zudem war ich anfangs verwirrt, zu wem ich denn eigentlich halten soll – denn beim ersten Auftritt der Guillotines hielt ich diese, ohne jegliche Vorkenntnis über den Film, noch für die Bösewichte, und den “Wolf” für den Guten. Ganz so unrecht sollte ich damit zwar nicht haben, aber dieser erste Eindruck sorgte auchd afür dass es doch eine Weile gedauert hat, bis ich mit den Guillotines zu sympathisieren begann. Auch hat der Film meines Erachtens die eine oder andere Länge. In erster Linie sind mir starke, gelungene Einzelszenen positiv in Erinnerung geblieben. Lau dreht ein paar Mal ordentlich an der Pathos-Schaube, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Dies führt dann allerdings auch zu einigen optisch imposanten und ansatzweise berührenden szenen, wie den vor den Trümmern seiner “Stadt” stehende Wolf. Generell war der letzte Angriff überwiegend phantastisch – wie die Guillotines gegenüber den modernen Waffen chancenlos sind. Auch der Tod einer Figur war wunderbar umgesetzt. Aber dann gibt es auch immer wieder jene Momente, wo es Lau verkackt. Siehe der angesprochene Tod einer Person, wo dann plötzlich mitten in Film eine Art Popsong eingespielt wird und die Stimmung der Szene völlig ruiniert. Gut, ok, ich habe den Text natürlich nicht verstanden – aber auf mich wirkte das einfach nur unfreiwillig komisch. “The Guillotines” ist voll solcher seltsamer Regieentscheidungen, wie z.B. auch die ständig aus den Augen kullernden Tränen. Das kommt so oft vor, dass ich auch dies mit der Zeit nur mehr unfreiwillig komisch fand. Von einigen völlig überzogen theatralischen Szenen ganz zu schweigen. Aber… wenn’s Lau richtig hinbekommt, dann bekommt er es auch RICHTIG richtig hin, und dann kann “The Guillotines” gefallen. Fans des Martial Arts-Kinos sollten dem Film daher bei Gelegenheit mal eine Chance geben.
5/10

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